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Der Mensch ist derart in den Menschen verliebt

Spruchbild: Der Mensch ist derart in den Menschen verliebt,  dass er, wenn er der Stadt entflieht,  do …

Der Mensch ist derart in den Menschen verliebt, dass er, wenn er der Stadt entflieht, doch wieder die Menge sucht, d. h., er will die Stadt auch auf dem Lande wiederherstellen.

Bedeutung

Hinter dem Satz steckt eine tiefe menschliche Widersprüchlichkeit: der Wunsch nach Einsamkeit und Natur, der doch immer wieder in den Drang nach Gesellschaft und Menge umschlägt. Wer aufs Land flieht, baut dort die Stadt nach – nicht aus Böswilligkeit, sondern weil der Mensch zutiefst sozial ist und Gemeinschaft instinktiv sucht. Die Beobachtung hat eine leichte Ironie: Der Rückzug ist oft kein echter Rückzug, sondern ein Ortswechsel mit denselben Bedürfnissen. Baudelaire fasst damit Urbanität nicht nur als Ort, sondern als menschliche Grundhaltung.

Verwendung

Essays über Stadtflucht, Landleben oder den Widerspruch zwischen Individualismus und Gemeinschaftsbedürfnis sind ein guter Rahmen für dieses Zitat. Im Kontext moderner Phänomene wie Homeoffice oder dem Pendeln zwischen Stadt und Land lässt es sich überraschend aktuell einsetzen. Als pointierter Denkanstoß in Reden über gesellschaftliche Entwicklungen eignet es sich – vorausgesetzt, das Publikum hat Sinn für Selbstironie.

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Über Charles Baudelaire

Über den Autor

Schriftsteller · Französisch · 1821 -1867

Charles Baudelaire (1821–1867) war ein französischer Lyriker und Kunstkritiker, dessen „Les Fleurs du Mal" die Moderne der europäischen Dichtung mitprägten. Seine Texte verbinden Schönheit und Verfall, Großstadt und Einsamkeit, Sinnlichkeit und moralische Unruhe. Seine Sprache ist kontrolliert, aber innerlich unruhig; sie zeigt den Menschen zwischen Begehren, Müdigkeit und Sehnsucht nach Form.

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Charles Baudelaire (1821–1867) machte die moderne Großstadt, ihre Reize und Abgründe, zu einem zentralen Stoff der Lyrik. Mit „Les Fleurs du Mal" schuf er ein Werk, das Schönheit nicht vom Hässlichen trennt, sondern gerade in Spannung, Schuld und Vergänglichkeit sucht. Neben der Dichtung schrieb Baudelaire Kunstkritik und Essays, die das moderne Verständnis von Wahrnehmung und Stil prägten. Seine Sprache ist kontrolliert, aber innerlich unruhig; sie zeigt den Menschen zwischen Begehren, Müdigkeit und Sehnsucht nach Form. Deshalb wirken seine Gedanken bis heute, wenn es um die widersprüchliche Erfahrung moderner Existenz geht.

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