
Beim Beginne einer Unternehmung und unweit des Zieles ist die Gefahr des Misslingens am größten. Wenn Schiffe scheitern, so geschieht es nahe am Ufer.
Bedeutung
Ludwig Börne, der deutsche Publizist und Satiriker, formuliert in diesem Zitat eine Klugheitsregel über die gefährlichsten Momente eines Vorhabens: Am Anfang und kurz vor dem Ziel ist das Risiko des Scheiterns am größten. Der Beginn ist gefährlich wegen Unerfahrenheit und Unvorbereitetheit; die Nähe des Ziels ist gefährlich wegen Nachlässigkeit und voreiligem Triumphgefühl. Das Bild des Schiffs, das nahe am Ufer scheitert, verdeutlicht: Die letzte Meile ist oft tückischer als der gesamte Weg davor. Börne, der selbst viele politische Kämpfe führte und ihre Unwägbarkeiten kannte, beschreibt damit eine universale Erfahrung des Handelns.
Verwendung
Passend als Börne-Zitat in Texten über Ausdauer, Risikobewusstsein und die Tücken des Beginns und des Zieles sowie für Beiträge über Führung, Projektmanagement und die Psychologie des Handelns. Auch geeignet als einprägsames Wort in Reden über Wachsamkeit, Konzentration und die Gefahr des vorzeitigen Triumphierens.
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Über Ludwig Börne
Über den Autor
Deutsch · 1786 - 1837
Ludwig Börne (1786–1837) war ein im Frankfurter Ghetto geborener Journalist und Kritiker, dessen pointiert-witzige Schreibweise das deutsche Feuilleton begründete.
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Geboren als Juda Löb Baruch im jüdischen Ghetto Frankfurts, nahm er den Namen Ludwig Börne an. Als Literatur- und Theaterkritiker entwickelte er eine anschauliche, witzige Prosa, die ihn in die Nähe Jean Pauls rückt. Er starb 1837 im Pariser Exil, wohin ihn sein politisches Engagement geführt hatte.
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