
Je mehr Gedankenstriche in einem Buch, desto weniger Gedanken.
Bedeutung
Schopenhauer spottet über eine Schreibweise, die Gedankenstriche häuft und damit Tiefe vortäuscht. Hinter der Pointe steht ein Anspruch an Klarheit: Wer wirklich etwas zu sagen hat, braucht keine dauernden Unterbrechungen, Ausflüchte oder künstlichen Spannungen. Der Satz ist natürlich übertrieben, aber typisch für scharfe Stilurteile. Er erinnert daran, dass Form nicht den fehlenden Gedanken ersetzen kann und dass sprachliche Manier leicht zur Maske wird. Seine Kritik richtet sich gegen Schmuck, der Substanz ersetzen soll.
Verwendung
Geeignet für Schreibkurse, Lektorat, Literaturkritik, Stilfragen und humorvolle Kommentare über Sprache. Der Ton ist spitz und bildungsnah. Gut als Einstieg in Diskussionen über klare Sätze, Überarbeitung und den Unterschied zwischen Stil und Manier. Nicht in Texten verwenden, die selbst viele Gedankenstriche brauchen. Mit sprachkritischem Humor.
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Über Arthur Schopenhauer
Über den Autor
Philosoph · Deutsch · 1788 - 1816
Arthur Schopenhauer (1788–1860) entwarf eine Philosophie des subjektiven Idealismus, die Erkenntnistheorie, Metaphysik, Ästhetik und Ethik auf einem irrationalen Weltprinzip gründet.
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Schopenhauer verstand sich als Vollender Immanuel Kants und baute seine Lehre zugleich auf der Ideenlehre Platons sowie indischen Philosophien auf. Er gehörte zu den ersten deutschsprachigen Philosophen, die ein irrationales Prinzip als Grundlage der Welt vertraten. Seine Werke beeinflussten u. a. Nietzsche, Freud und Wagner nachhaltig.

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