
Ein jeder hat seine eigne Art, glücklich zu sein, und niemand darf verlangen, dass man es in der seinigen sein soll.
Bedeutung
Heinrich von Kleist formuliert ein liberales Grundprinzip: Jeder Mensch hat einen eigenen Weg zum Glück, und niemand darf von anderen verlangen, dass sie auf demselben Weg gehen. Das ist eine frühe Formulierung von Toleranz als aktivem Respekt vor der Andersartigkeit – nicht bloße Duldung, sondern echte Anerkennung verschiedener, gleichwertiger Lebensentwürfe als gleichermaßen berechtigt. Kleist schützt damit Individualität vor moralischem Druck: Glück ist kein Einheitsweg, sondern an Temperament, Erfahrung und persönliche Freiheit gebunden.
Verwendung
Für Reden über Toleranz, Vielfalt oder persönliche Freiheit in pluralen Gesellschaften. Als Zitat in Texten über Erziehung, Familienbeziehungen oder Gesellschaftspolitik, wenn es darum geht, eigene Erwartungen loszulassen und anderen ihre Wege zu gönnen. Besonders passend für pluralistische Anlässe, Familienreden oder Texte, die unterschiedliche Lebensentwürfe ohne Belehrung würdigen wollen.
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Über Heinrich von Kleist
Über den Autor
Dramatiker · Deutsch · 1777 - 1811
Heinrich von Kleist (1777–1811) war ein deutscher Dramatiker und Erzähler, der mit dem Lustspiel „Der zerbrochne Krug" und dem Trauerspiel „Penthesilea" außerhalb der Weimarer Klassik und Romantik stand.
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Geboren in Frankfurt (Oder), hinterließ Kleist mit der Novelle „Michael Kohlhaas" und dem Ritterschauspiel „Das Käthchen von Heilbronn" ein vielschichtiges Werk. Als Lyriker und Publizist tätig, entzog er sich bewusst den literarischen Lagern seiner Zeit und gilt bis heute als einer der eigenwilligsten Stimmen der deutschen Literatur um 1800.
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