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Sprüche über Aufmerksamkeit

402 Sprüche — Seite 20

Vieles bleibt ungesehen, nicht weil es verborgen wäre, sondern weil der Blick daran vorbeigeht. Aufmerksamkeit ist die Fähigkeit, das Kleine wahrzunehmen, Zwischentöne zu erkennen und dem Gegenüber wie der Welt wirklich gegenwärtig zu sein. Darum besitzt dieses Thema eine stille, aber weitreichende Bedeutung.

In ihr beginnt oft schon das Verstehen, lange bevor ein Urteil gesprochen wird. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie Aufmerksamkeit Beziehungen vertieft, Schönheit sichtbar macht und den Alltag vor jener Abstumpfung bewahrt, die das Wesentliche übergeht.

  1. Wir fühlen es, wenn wissende Augen uns anschauen.

    Theresa Keiter

  2. Verachtung stärkt den Geist zur Selbstüberwachung, weil wir am besten die volle Schwere und die große Kluft zwischen uns und dem Verachteten verstehen.

    Heinrich Martin

  3. Wo können wir uns wohl dem Schöpfer näher wähnen, als wenn der Schöpfung Pracht hervorruft Wonnentränen?

    Heinrich Martin

  4. Wir schätzen erst des Nächsten Geistesgaben und lieben ihn, wenn wir verstanden haben.

    Heinrich Martin

  5. Gedanken steigen ans Licht empor und bitten um Gewand.

    Friedrich Lienhard

  6. Das Leben ist ein Mysterium, das man vom schöpferischen Herzen aus erlebt.

    Friedrich Lienhard

  7. Weisheit liegt oftmals näher, wenn wir uns zu Etwas herablassen, als wenn wir uns über Etwas erheben

    William Wordsworth

  8. Wenn ein Buch die Kraft besitzt, dass ich mich in seiner Gesellschaft vergessen kann, dann werde ich zum Leser.

    Jakob Wassermann

  9. Das Interesse am Unterricht ist das nächste Band zwischen Lehrern und Schülern und die beste Bürgschaft für den Erfolg

    Friedrich Polack

  10. Ein Baum, der umfällt, macht mehr Lärm, als ein ganzer Wald, der wächst

  11. Der Mensch ist kalt wie Eis gegenüber den Wahrheiten; er ist aber Feuer gegenüber den Lügen.

    August Lafontaine

  12. Es gibt doch viele Freuden in der Welt! Nur muss man sich aufs Suchen verstehen, sie finden sich gewiss, und das Kleinste nicht verschmähen. Wie viele Freuden werden zertreten, weil die Menschen meist …

    Friedrich Wilhelm Kaulisch

  13. Auch im Orchester des Lebens dringt das Blech am meisten durch.

    Friedrich Wilhelm Kaulisch

  14. Kurz soll dein Spruch und kräftig sein, dann dringt er ins Gedächtnis ein.

    Georg Keil

  15. Die Ursachen der Übel werden meist ungerner vernommen, als die Übel selbst.

    Friedrich Christoph Dahlmann

  16. Wenn wir fühlen, wie stark gewisse Kräfte und Triebe in uns wirken, müssen wir alle Gegenkräfte in uns besonders pflegen.

    Adolf Wilhelm Ferdinand Damaschke

  17. Es ist eine Tatsache, dass die Menschen auf manche Auslöser ganz unterschiedlich reagieren.

    William Morris Davis

  18. In persönlichen Nöten tritt die persönliche Note des Menschen am klarsten zu Tage.

    Georg Jacob F. P. H. Dechent

  19. Das letzte Wort behält trotz aller lauten Reden doch immer der schweigende Erfolg.

    Georg Jacob F. P. H. Dechent

  20. Was die Menschen groß nennen, ist es nicht immer. Was sie beklatschen, ziemlich selten. Und das, wohin sie strömen in Scharen, dass die Säle sie nicht fassen, das ist niemals groß.

    Philipp Dessauer