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Sprüche und Zitate von Else Pannek

190 Zitate — Seite 7

Über den Autor

*1932

Else Pannek (*1932) ist als deutschsprachige Aphoristikerin mit knappen, oft ernüchternden Sinnsprüchen präsent. Ihre Texte kreisen um Einsamkeit, Freiheit, Verzweiflung und die kleinen Selbsttäuschungen des Alltags, ohne daraus pathetische Lebenslehren zu machen. Gerade die nüchterne Verdichtung gibt ihren Beobachtungen eine stille, manchmal scharfe Wirkung. Diese knappe Härte schützt sie vor bloßer Sentimentalität.

  1. Wünsche in die Realität umzusetzen, ist die Herausforderung, an der alles scheitert oder zu einem großen Abenteuer wird.

  2. Wenn ganzer Einsatz erforderlich ist, bewirkt Taktik allein nichts.

  3. Die gute alte Zeit ist die gute alte Zeit, weil man damals jung gewesen ist.

  4. Die Natur besiegen zu können, ist ein intellektueller Trugschluss. Besiegen setzt bekämpfen und vernichten voraus.

  5. Wer begreift, was er fühlt, kann für sich handeln.

  6. Gleichgültigkeit wirkt wie Raureif auf Knospen — Lieblosigkeit wie Frost.

  7. Freude ist wie das Erblühen einer Knospe, ein Sonnenaufgang, ein erfrischender Quell auf der Wanderung.

  8. Horoskope liest, wer nicht hat, was er braucht. Die Horoskope bringen's nicht.

  9. Wir diskutieren. Als wir noch miteinander sprachen, verstanden wir uns.

  10. Zwischen Wissen und Können liegt manchmal ein langer Weg.

  11. Wenig zu brauchen mag zur Zufriedenheit beitragen — vorausgesetzt, man hat die Wahl.

  12. Auf einem Boden voll ungetaner Dinge hat Neues keinen Platz zum Wachsen.

  13. Erfüllte Wünsche sind oft die, für deren Verwirklichung etwas getan wurde.

  14. Zu viel verschenkt, wer selber Freude braucht.

  15. Schwierigkeiten beim Namen zu nennen, verleiht ihnen Gestalt — lässt sie begreifen, macht sie greifbar.

  16. Hass — Ohnmacht, die sich selbst verletzt. Wer sich liebt, wehrt sich, bevor er hasst.

  17. Wer Gefühle zeigt, lebt aus sich heraus — intensiv und doch geschützt. Wer seine Gefühle nicht verdeutlichen kann, lebt in sich hinein, vor sich hin — wehrlos.

  18. Kinder lieben ihre Eltern. — Sie können nicht anders. — Und sie brauchen für eine unbeschadete Entwicklung: Eltern, die sie und einander lieben, Liebensmögliches an den Eltern.

  19. Auf andere herabzusehen macht kleiner und ärmer. Es geschieht von einem Standpunkt, von dem keine menschliche Wärme ausgeht und an den keine gelangt.

  20. Besserwisser erwecken den Eindruck alle anderen für dumm zu halten.