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Sprüche und Zitate von Else Pannek

190 Zitate — Seite 8

Über den Autor

*1932

Else Pannek (*1932) ist als deutschsprachige Aphoristikerin mit knappen, oft ernüchternden Sinnsprüchen präsent. Ihre Texte kreisen um Einsamkeit, Freiheit, Verzweiflung und die kleinen Selbsttäuschungen des Alltags, ohne daraus pathetische Lebenslehren zu machen. Gerade die nüchterne Verdichtung gibt ihren Beobachtungen eine stille, manchmal scharfe Wirkung. Diese knappe Härte schützt sie vor bloßer Sentimentalität.

  1. Vergangenheit ist unabänderlich. Getragen wiegt sie leichter als geschleppt.

  2. Politik ist, wenn Selbstverständliches zur Errungenschaft wird.

  3. Ängste beeinflussen die Entwicklung. — Entfaltung geschieht im Freisein von Angst.

  4. Fortschritt ist, wenn Menschen gezüchtet werden, die die Schadstoffe ihres Fortschritts überleben.

  5. Es macht frei, seine Mitmenschen zu lassen wie sie sind.

  6. Wer Pflanzen wachsen lässt, der hat auch Schmetterlinge.

  7. Selbstgesuchte Vorbilder sind besser als verordnete.

  8. Unsicherheit ist der Begleiter jeder Veränderung.

  9. Krieg verkleinert die Probleme, die ihn angeblich verursachten. Kriegsfolgen lassen sie vergessen.

  10. Eine Aufforderung zum blinden Vertrauen öffnet die Augen — früher oder später.

  11. Ein erreichbares Ziel hilft zu leben.

  12. Vorschriften, deren Einhaltung unmöglich ist, könnten beabsichtigt und der Machterhaltung dienlich sein.

  13. Alt zu werden ist eine Gnade — aber nicht immer ein Vergnügen.

  14. Verstehen ist ein Licht — Begreifen ein Sonnenaufgang.

  15. Gekaufte Anerkennung unterliegt dem Börsenkurs.

  16. Gesetze sind unabhängig von Vernunft. Vernunft darf angewandt werden, obgleich gesetzlich nicht verlangt.

  17. Helden leben gern. Sie wissen wie kostbar und verletzlich Leben ist, haben Herz und Rückgrat es zu schützen.

  18. Wir wurden nicht aus dem Paradies vertrieben. Es war umgekehrt, wir haben das Paradies vertrieben.

  19. Toleranz ist möglich — im Freisein von Angst.

  20. Körper und Seele nehmen die Haltung der Gedanken an. Tief atmen, gerade machen, den Gedanken Richtung weisen.