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Sprüche über Gewohnheit

142 Sprüche — Seite 7

Vieles im Leben wird nicht durch große Entscheidungen bestimmt, sondern durch das, was sich wiederholt. Gewohnheit prägt Denken, Handeln und Wahrnehmung auf leise Weise und macht sichtbar, wie stark der Alltag an festen Bahnen hängt. Deshalb gehört dieses Thema zu den unscheinbaren Mächten des menschlichen Lebens.

Ihre Stärke liegt in Verlässlichkeit, ihre Gefahr in Erstarrung. Gewohnheit erleichtert vieles, kann aber auch Veränderungen erschweren und Menschen voneinander entfernen, wenn das Selbstverständliche nie mehr hinterfragt wird.

  1. Gleichgültigkeit wirkt wie Raureif auf Knospen — Lieblosigkeit wie Frost.

    Else Pannek

  2. Politik ist, wenn Selbstverständliches zur Errungenschaft wird.

    Else Pannek

  3. An den Zigarren, die sie rauchen, und den Komponisten, die sie lieben, werdet ihr die Beschaffenheit der Menschenseelen erkennen.

    John Galsworthy

  4. Im Wein ist Wahrheit, und mit beiden pflegt man anzustoßen.

    Peter Sirius

  5. Was man Zuneigung nennt, ist in Wirklichkeit nichts andres als Sympathie der Gewohnheit

    Adam Smith

  6. Wer Almosen gibt, gewöhnt sich daran, Geld und Gut nicht mehr zu bewundern.

    Johannes Chrysostomos

  7. Wenn uns etwas aus dem gewohnten Geleise wirft, bilden wir uns ein, alles sei verloren, dabei fängt etwa Neues, Gutes an.

    Leo Tolstoi

  8. Es ist ein gewöhnlicher Irrtum in der Politik, Mittel und Zweck zu verwechseln.

    Thomas Babington Macaulay

  9. Jeder, der versucht aus der großen Herde, die da heißt ›Gesellschaft‹, auszubrechen, ruft das Mißfallen der Herde hervor.

    Francesco Petrarca

  10. Mit Fünfzig haben Männer nur noch Gewohnheiten - eine davon ist ihre Frau.

    George Meredith

  11. Sich unglücklich fühlen kann zur schlechten Angewohnheit werden.

    George Meredith

  12. Es ist wirklich schwer einzusehen, wie Menschen, die der Gewohnheit, sich selbst zu regieren, vollständig entsagt haben, im stande sein könnten, diejenigen gut auszuwählen, die sie regieren sollen.

    Charles Alexis Henri Clérel de Tocqueville

  13. Der Mensch bleibt in kritischen Situationen selten auf seinem gewohnten Niveau. Er hebt sich darüber oder sinkt darunter.

    Charles Alexis Henri Clérel de Tocqueville

  14. Zu jeder Zeit und in jedem Lande findet, sobald ein Mann und eine Frau zusammen sind, eines von folgenden drei Dingen statt: entweder sie kehren einander den Rücken, oder sie gähnen innerlich, oder si …

    Hippolyte Taine

  15. Gewohnheit ist eine schreckliche Tyrannin

    Johann Jakob Wilhelm Heinse

  16. Der Mensch ist ein kleines Ding, man hat ihn bald auswendig gelernt, wenn man mit ihm vertraut wird.

    Johann Jakob Wilhelm Heinse

  17. Bei einem jähen, plötzlichen Schlag bricht der Mensch zusammen, aber es gibt eine stille Art von Unglück, die sich einschleicht, wie ein ungebetener, lästiger Gast, von dem man täglich hofft, er werde …

    Wilhelmine von Hillern

  18. Die kräftigste Gegenwirkung gegen die Entwicklung der Begehrlichkeit und Genußsucht ist die Gewöhnung an tüchtige Tätigkeit.

    Friedrich Paulsen

  19. Die Art, wie das Lernen in seiner untersten Stufe betrieben wird und wie das Kind sich gewöhnt, es zu betrachten, ist für das Leben häufig entscheidend.

    Theodor Waitz

  20. Wer nicht imstande ist, Unrecht zu tun, muss sich daran gewöhnen, es zu erleiden.

    Luigi Pirandello