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Sprüche über Irrtum

293 Sprüche — Seite 6

Was für wahr gehalten wird, erweist sich nicht selten später als trügerisch oder unvollständig. Ein Irrtum gehört deshalb zu den ernüchterndsten, aber auch lehrreichsten Erfahrungen des Denkens, weil er Selbstgewissheit erschüttert und den Blick schärfen kann. Darin liegt seine unbequeme, oft heilsame Kraft.

Nicht jeder Fehler ist bloß ein Makel, manche Irrtümer öffnen erst den Weg zu größerer Klarheit. Wer sie erkennt, gewinnt Bescheidenheit und Urteilskraft, weil Einsicht meist dort reift, wo falsche Sicherheiten aufgegeben werden müssen.

  1. Wir irren alle. Aber jeder auf einem anderen Gebiet.

    Georg Christoph Lichtenberg

  2. Wer Zahnweh hat hält jeden, dessen Zähne gesund sind, für glücklich. Der an Armut Leidende begeht denselben Irrtum den Reichen gegenüber.

    George Bernard Shaw

  3. Man muss das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns herum immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse.

    Johann Peter Eckermann

  4. Jedes Volk hat die naive Auffassung, Gottes bester Einfall zu sein

    Theodor Heuss

  5. Aus vielen Worten entspringt ebensoviel Gelegenheit zum Mißverständnis.

    William James

  6. Es ist besser, unglücklich verliebt zu sein, als unglücklich verheiratet. Manchem gelingt sogar beides.

  7. Nichts wird so leicht für Übertreibung gehalten wie die Schilderung der reinen Wahrheit.

    Joseph Conrad

  8. Leiden, Irrtum und Widerstandskraft halten das Leben lebendig.

    Gottfried Keller

  9. Wie viele Trugschlüsse und Irrtümer gehen auf Kosten der Wörter und ihrer unsicheren oder mißverstandenen Bedeutung.

    John Locke

  10. Die Hälfte aller Fehler entsteht dadurch, dass wir denken sollten, wo wir fühlen, und dass wir fühlen sollten, wo wir denken.

    John Churton Collins

  11. Keiner irrt nur für sich, sondern er ist auch Grund und Urheber vom Irren anderer.

    Seneca

  12. Nichts ist seltener als wahre Güte. Zumeist wird sie mit Gutmütigkeit oder Gefälligkeit verwechselt

    François de la Rochefoucauld

  13. Wenn man's versucht, so geht's. das heißt: Mitunter, doch nicht stets.

    Wilhelm Busch

  14. Man verzeiht jedem seine erste kolossale Dummheit, aber niemals die zweite, die erste verteidigen zu wollen.

    Daniel Spitzer

  15. Der Irrtum ist recht gut, solange wir jung sind, man muß ihn nur nicht mit ins Alter schleppen

    Johann Wolfgang von Goethe

  16. Besser zweimal fragen, als einmal fehl gehen.

  17. Man verirrt sich nie so leicht, als wenn man glaubt, den Weg zu wissen. Nichts missglückt so schnell, als wenn man keine Schwierigkeiten sieht.

  18. Der Natur zugefügte Verletzungen in Geldwert zu messen verleitet zur Denkweise Unwiederbringliches kaufen zu können.

    Else Pannek

  19. Für trügende Hoffnungen entschädigen oft trügende Erinnerungen.

    Peter Sirius

  20. Das Unglück ist eine stehengebliebene Uhr, die am hellen Morgen plötzlich auf Mitternacht zeigt. Prüfen wir uns nur, ob wir es nicht selbst gewesen, die vergessen hatten, sie aufzuziehen.

    Ludwig Habicht