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Sprüche über Meinung

193 Sprüche — Seite 9

Zwischen persönlicher Sicht und allgemein behaupteter Wahrheit liegt die Meinung. Sie gehört zum freien Denken, kann Orientierung geben und zugleich in Vorurteil, Eitelkeit oder bloße Gewohnheit umschlagen. Deshalb ist dieses Thema für Gespräch, Öffentlichkeit und Selbstprüfung von besonderer Bedeutung.

Ihr Wert wächst, wenn sie begründet, offen für Korrektur und nicht nur ein Reflex der Zugehörigkeit ist. Eine Meinung verdient Achtung, aber erst dann wirklich Gewicht, wenn sie auch dem Gegenargument standhalten kann.

  1. Es ist eine viel schlimmere Art des Stolzes, andere zu verkleinern, als sich selbst zu erheben.

    Francesco Petrarca

  2. Es ist leichter für schöne Frauen, keusch zu sein, als für keusch zu gelten.

    Jeanne Antoinette Poisson de Pompadour

  3. Folgt die Macht der öffentlichen Meinung, ist sie stark. Wenn sie diese aber schlägt, fällt sie.

    Alfred de Vigny

  4. Wenn der Ruf eines Menschen erst einmal feststeht, ist er immer besser oder schlechter, als er es verdient.

    Alexandre Vinet

  5. In Dingen, die wir nicht kennen, sind wir oft auf das Urteil jener angewiesen – die sie auch nicht kennen.

    Otto Weiss

  6. Es gibt ebensoviele Mittelpunkte der Welt, als es Menschen gibt.

    Otto Weiss

  7. Unbedingt traut nur der seiner Menschenkenntnis, der keine hat.

    Otto Weiss

  8. Die meisten Verleger, Bilderhändler und Theateragenten haben eine eigene Ästhetik, die der Finanzwissenschaft sehr ähnlich sieht.

    Otto Weiss

  9. Eine Bitte, die selten erhört wird: "Versetzen Sie sich doch in meine Lage!"

    Otto Weiss

  10. Bringt jemand vor oder gar nach dem Essen ein Lied schlecht zu Gehör, dann beurteile man ihn ebenso falsch, wie er gesungen hat.

    Otto Weiss

  11. Rat sucht man, weil man seinen Standpunkt bestätigt haben möchte.

    William Osler

  12. Es ist meistens leichter für etwas zu sterben als dafür zu leben.

    Camillo Benso Graf von Cavour

  13. Lass uns also sein, was wir sind, und sagen, was wir denken, und in allen Dingen der Wahrheit treu bleiben.

    Henry Wadsworth Longfellow

  14. Dein Alter setze im Kampfe der Meinungen stets als Dein schwächstes Vorrecht an. Zwar ist es von Gott Dir gewährt, gilt aber als solches vor allem Dir selbst.

    Theodor Toeche-Mittler

  15. Von dem, was man heute an den Universitäten denkt, hängt ab, was morgen auf den Plätzen gelebt wird.

    José Ortega y Gasset

  16. Die zwei stärksten und allgemeinsten Kräfte, die den Menschen beeinflussen, sind: die soziale Stellung und der Nationalcharakter.

    Hippolyte Taine

  17. Wer nicht sagt, was er für wahr hält, ist entweder ein Heuchler oder ein Feiger oder ein gebrechlicher Mensch. Wer den Star stechen will, muss können sehend machen und den Leuten beweisen, daß Sehen b …

    Johann Jakob Wilhelm Heinse

  18. Die Meinung, die uns umgibt, das Urteil, welches man über den Menschen fällt, wirken unmerklich, aber bestimmend auf ihn ein, wie das Licht und die Luft, die er beständig sieht und atmet.

    Fanny Lewald

  19. Hoch steht über aller Begeisterung, allem Enthusiasmus, selbst über allem Genie und Talent – die Gesinnung.

    Rahel Varnhagen von Ense

  20. Anschauungen sind wie Kleider ihrem Träger angemessen, weshalb auch kleine Leute die Anschauungen großer nicht tragen können.

    August Pauly