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Sprüche über Oberflächlichkeit

160 Sprüche — Seite 5

Wo nur der erste Eindruck zählt und Tiefe als Mühe empfunden wird, breitet sich Oberflächlichkeit aus. Sie begnügt sich mit Schein, schnellen Urteilen und leichter Wirkung und meidet alles, was Geduld, Ernst oder genaues Hinsehen verlangt. Deshalb steht dieses Thema für einen Mangel, der oft erst spät erkannt wird.

Ihr Problem ist nicht bloß fehlende Bildung, sondern fehlende Bereitschaft zur wirklichen Begegnung mit Menschen und Dingen. Oberflächlichkeit lässt vieles unberührt und verhindert gerade dadurch jene Erkenntnis, die nur in der Tiefe entsteht.

  1. Die meisten Menschen, welche schlicht und ungelehrt sind, machen keinen Anspruch auf den Besitz abstrakter Begriffe.

    George Berkeley

  2. Leichtgläubigkeit ist eines Mannes Schwäche und eines Kindes Stärke

    Charles Lamb

  3. Manch einer macht die Ohren auf, wenn er es aber nicht mit dem Herzen aufnimmt, dann hat er nichts als leeren Schall.

    Hartmann von Aue

  4. Verluste sind Quittungen nicht gezeigter Dankbarkeit

    Theodor Körner

  5. Wer die Zeit verklagen will, dass so zeitig sie verraucht, der verklage sich nur selbst, dass er sie nicht zeitig braucht

    Friedrich von Logau

  6. Mancher traditionelle Gedanke kommt uns glaubhaft vor, weil wir ihn nie ernstlich angesehen haben.

    Richard Rothe

  7. Weil die meisten Leute noch immer die falschen Dinge glauben, warten die richtigen Ereignisse noch immer auf ihren Kopfsprung ins Leben.

    Christa Schyboll

  8. Es gibt Leute, die nachdenken, um zu schreiben. Wieder andere schreiben, um nicht nachdenken zu müssen.

    Charles Joseph Fürst von Ligne

  9. Das größte und reinste Wunder, wäre es allen sichtbar, dauerte aber nur einen Augenblick, es fiele durch das Hirn der Menschheit glatt durch.

    Prentice Mulford

  10. Die öffentliche Meinung ist eine Buhlerin: Man sucht ihr zu gefallen, ohne sie zu achten

    Jean Antoine Petit-Senn

  11. Leidenschaften sind wie Flüsse und Ströme: Die seichten plätschern, die tiefen bleiben still.

    Sir Walter Raleigh

  12. Der Mensch ist dazu da, um zu lieben, und wenn er nicht liebt, lebt er nicht.

    Alexandre Vinet

  13. Kunst, die nicht dem Leben entspringt, ist Künstelei.

    Otto Weiss

  14. Das Leben ist ein Gemälde – um so schöner, je ungenauer man es betrachtet.

    Otto Weiss

  15. Wer sein Leben zu einer Sache des Genusses macht, entwertet es zum bloßen Dasein.

    Ferdinand Ebner

  16. Die Zivilisation ist nichts anderes als ein Farbanstrich, der vom nächsten Regen fortgewaschen wird.

    Auguste Rodin

  17. Einen Krieg beginnen, heißt nichts weiter, als einen Knoten zerhauen, statt ihn auflösen.

    Christian Morgenstern

  18. Wer dem Leben gegenüber gleichgültig bleibt, ist verantwortungslos.

    Menander

  19. Die nicht die Kleinheit großer Dinge in sich fühlen, die werden auch die Größe kleiner Dinge in anderen übersehen

    Okakura Kakuzo

  20. Wenn beim rechten Handeln nicht mehr anden Erfolg gedacht wird, schwinden Ehrgeiz und Zorn.

    Bernhard Freidank