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Sprüche über Oberflächlichkeit

160 Sprüche — Seite 6

Wo nur der erste Eindruck zählt und Tiefe als Mühe empfunden wird, breitet sich Oberflächlichkeit aus. Sie begnügt sich mit Schein, schnellen Urteilen und leichter Wirkung und meidet alles, was Geduld, Ernst oder genaues Hinsehen verlangt. Deshalb steht dieses Thema für einen Mangel, der oft erst spät erkannt wird.

Ihr Problem ist nicht bloß fehlende Bildung, sondern fehlende Bereitschaft zur wirklichen Begegnung mit Menschen und Dingen. Oberflächlichkeit lässt vieles unberührt und verhindert gerade dadurch jene Erkenntnis, die nur in der Tiefe entsteht.

  1. Gar oft weint man im Herzensgrund, wo doch lachen muss der Mund.

    Bernhard Freidank

  2. Man müsste die Liebe genießen, wie man Fisch isst: Ohne die Gräten zu schlucken.

    Alphonse Karr

  3. Es gibt nichts, worauf der Mensch nicht zurückgreifen würde, um die wirkliche Arbeit des Denkens zu vermeiden

    Sir Joshua Reynolds

  4. Jeder Tag ohne Liebe zu erweisen oder zu empfangen, ist ein verlorener in Gottes Reich.

    Theodor Toeche-Mittler

  5. Man kann sein Vaterland nicht mit einer Binde um die Augen lieben

    Frederico Garcia Lorca

  6. Wo es aussieht, als wäre nichts zu tun, ist bereits viel getan worden

    Jean Paul

  7. Eine Chance ist wie ein Sessellift. Sie geht niemals verloren. Sie geht höchstens vorbei.

  8. Ein grausamer Mensch weidet sich an Tränen, er wird nicht durch sie gebrochen.

    Hippolyte Taine

  9. Ein Unkraut ist nichts anderes als eine unbeliebte Blume.

    Ella Wheeler Wilcox

  10. Wer nicht in der Welt wie in einem Tempel umhergeht, der wird in ihr keinen finden.

    Rahel Varnhagen von Ense

  11. Es ist sehr leicht, die Menschen zu behandeln, wenn man sie nicht achtet.

    Fanny Lewald

  12. Im allgemeinen unterschätzt man das Liebesleid der frühen Jugend, weil man es so leicht vergessen sieht.

    Fanny Lewald

  13. Mitleiden ist den trägen und geschäftigen Egoisten eine so angenehme Sache, weil es eine passive Tätigkeit, ein beschäftigter Müßiggang ist.

    Fanny Lewald

  14. Menschen, deren äußere Erfolge zu ihrem Glück genügen, vertrocknen innerlich.

    Fanny Lewald

  15. Wir bedenken manches erst, wenn es bedenklich geworden ist.

    Henriette Wilhelmine Hanke

  16. Die wenigsten Menschen genießen ein Leben, das nur aus Genuss besteht.

    Henriette Wilhelmine Hanke

  17. Das, wofür du keinen Sinn hast, geht für dich verloren, wie die Farbenwelt dem Blinden.

    Karoline Friederike Louise M. von Günderrode

  18. Irrtümer schwimmen wie Stroh auf der Oberfläche. Wer nach Perlen sucht, muss tief tauchen.

    John Dryden

  19. Die Frauen wurden lange Zeit Königinnen genannt, aber das Königreich, das man ihnen gab, war es nicht wert, regiert zu werden.

    Louisa May Alcott

  20. Der Fischer, der am Ufer wartet, bis sich alle Wellen gelegt haben, wird nie einen Fisch fangen.