Sprüche über Religion
69 Sprüche — Seite 3
Religion berührt Fragen nach Sinn, Ursprung, Schuld, Trost und dem Verhältnis des Menschen zum Unverfügbaren. Sie ist weit mehr als Lehre oder Brauch, weil sie Weltdeutung, Gewissen und Hoffnung auf besondere Weise miteinander verbindet. Darum bleibt das Thema persönlich, tief und oft von großer innerer Spannung.
Sprüche über Religion begleiten viele der wichtigsten Lebensereignisse: Taufe, Konfirmation, Trauerfeiern, Jubiläen und persönliche Wendepunkte. Als Zitat in einer Rede, auf einer Karte oder in einer stillen Stunde geben sie Trost, Orientierung und das Gefühl, nicht allein zu sein.
Die Religion kann eine Leidenschaft werden wie jede andere, und zwar eine Leidenschaft, mit der man nicht spielen darf.
— Alexandre Vinet
Frauen schulden keiner einzigen Religion Dank für auch nur einen Impuls der Freiheit.
— Susan Brownell Anthony
Ein sehr unwissendes Volk wird sich gerade wegen seiner Unwissenheit zu einer Religion voller Wunder neigen.
— Henry Thomas Buckle
Gefängnisse werden aus den Steinen der Gesetze errichtet, Bordelle aus den Ziegeln der Religion
— William Blake
Böse Kinder machen den Vater fromm.
Wenn man doch immer bedenken wollte, dass die Religion mehr Sache des Gewissens als des Wissens ist!
— Friedrich Polack
Religion ist die philosophische Poesie der Welt. Bei ihrer Gestaltung waren die poetischen und philosophischen Kräfte des Menschen zugleich tätig. Sie zu missachten ist darum immer eine Rohheit.
— August Pauly
Die äußerliche und unberechtigte Herrschaft der Kirche muss gebrochen werden, bevor die innerliche und berechtigte Herrschaft der Religion beginnen kann
— Manfred Kyber
Wer irgendeine Art von Religion zur Stütze seiner Sittlichkeit bedarf, dessen Moralität ist nicht rein, denn diese muss ihrer Natur nach in sich selbst bestehen
— Karoline Friederike Louise M. von Günderrode
Der unbedingte Unglaube im Punkte der Religion widerspricht dem natürlichen Gefühl des Menschen und versetzt seine Seele in einen trostlosen Zustand.
— Charles Alexis Henri Clérel de Tocqueville
Ist die Religion auch nur eine naive illusorische Weltanschauung, so ist sie doch eine Weltanschauung, durch die alle Dinge in einem höheren Zusammenhang betrachtet werden.
— Helene von Druskowitz
Die Hölle ist nicht so heiß, wie sie der Pfaffe macht.
Niemand ist weiter von der wahren Religion entfernt, als wer sich selbst für sehr religiös hält.
— Erasmus von Rotterdam
Gold geht durch alle Türen, ausgenommen durch die Himmelstüre.
Gott rechnet anders als der Mensch.
Gott kommt langsam, aber wohl.
Gott bleibt nicht aus, wenn er gleich verzieht.
Rechter Richter, richte recht: Gott ist Richter, du bist Knecht.
Religion ist die einzige Philosophie, die das Durchschnittshirn verstehen und annehmen kann
— Joseph Joubert
Die Theologie nimmt in der Religion etwa denselben Platz ein wie die Gifte unter den Nahrungsmitteln.
— Napoleon