317 Sprüche — Seite 17
Wirkliche Größe zeigt sich nicht im Überragen anderer, sondern im respektvollen Umgang mit ihnen. Respekt erkennt Würde an, ohne Gleichheit erzwingen zu müssen, und schafft damit den Raum, in dem Unterschied nicht zur Geringschätzung wird. Darum ist dieses Thema grundlegend für jedes gelingende Miteinander.
Sein Wert wird besonders sichtbar, wenn Macht, Erfolg oder Meinung aufeinandertreffen. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Respekt nicht Unterordnung bedeutet, sondern eine Haltung der Achtung, die Beziehung und Gesellschaft trägt.
Jede Sünde trägt um so bedeutendere Schuld in sich, je größer das Ansehen des Sünders ist.
— Juvenal
Es gibt viele Leute in der Welt, aber wenig Menschen.
— August Pauly
Je wertloser der Mann ist, um so weniger Achtung hat er vor Frauen.
— Theresa Keiter
Lass das Drechseln, lass das Schrauben – Sprich frei fort! Das bringt Dir Glauben.
— Heinrich Martin
Nicht durch Deine selbstständigen Meinungen kannst Du zur wahren Geltung gelangen, sondern durch die Handlungen, die aus ihnen hervorgehen.
— Heinrich Martin
Ein Held kann man sein, auch ohne die Erde zu verwüsten
— Nicolas Boileau-Despreaux
Die Ehre gleicht einer abschüssigen, unzugänglichen Insel. Man kann nicht wieder zu ihr zurück, wenn man sie einmal verlassen hat.
— Nicolas Boileau-Despreaux
Es ist viel leichter, ein Held zu sein als ein anständiger Mensch. Ein Held muss man nur einmal sein, ein Ehrenmann immer.
— Luigi Pirandello
Ich möchte gern sehr berühmt aber unerkannt bleiben.
— Edgar Degas
Eine Dame, die den Mut hat, eine glänzende Bewerbung zurückzuweisen, verdient die höchste Achtung, es beweist, dass sie wahr und ohne Berechnung ist.
— Karl Detlef, Pseudon.v. Klara Bauer
Adelig und edel sind zweierlei.
Geloben ist adelig, halten bäuerisch.
Die Söhne sind adeliger denn die Väter, denn sie haben ein Glied mehr.
Wem viel befohlen ist, von dem wird viel gefordert.
Wer zu Ehren kommen will, muss zuvor leiden.
Ehrbar und fromm dringt durch die Wolken, das andre muss zurück bleiben
Wer ehrlich ist, braucht nicht viel Heimlichkeit
Wer sich ehrlich will ernähren, braucht viel flicken und wenig zehren
Die auf der fliehenden Seite haben nie gesiegt
Kein Flüchtiger wird gekrönt