Sprüche über Seele
594 Sprüche — Seite 23
Was den Menschen im Innersten bewegt, lässt sich nur selten vollständig benennen und wird doch seit jeher mit dem Bild der Seele umschrieben. In ihr sammeln sich Sehnsucht, Verletzlichkeit, Tiefe und jene stille Wahrheit, die jenseits äußerer Rollen liegt. Deshalb wirkt dieses Thema zugleich geheimnisvoll und unmittelbar vertraut.
Ihre Sprache ist leiser als die des Verstandes und oft beständiger als flüchtige Stimmung. Die Sprüche zu diesem Thema geben inneren Regungen Form und machen sichtbar, wie sehr Trost, Einsamkeit, Würde und Hoffnung zum seelischen Leben eines Menschen gehören.
Die Liebe ist der Hunger der Seele. Sie ist da, sie ist wirklich - wie der leibliche Hunger. Und sie schließt ein Bedürfen in sich, ohne dessen Befriedigung der Tod eintritt.
— Paul Keller
Das Gewissen ist die Stimme der Seele. Die Leidenschaften sind die Stimme des Körpers
— Jean-Jacques Rousseau
Die Seele, das Wesen des Menschen, entzieht sich der Logik.
— Max Planck
Autorität von oben und Gehorsam von unten, mit einem Worte, Disziplin, ist die ganze Seele der Armee.
— Helmuth James Graf von Moltke
Mit allen Kreaturen bin ich In schönster Seelenharmonie. Wir sind verwandt, ich fühle es innig, Und eben darum liebe ich sie
— Wilhelm Busch
In jedem ist etwas Kostbares, das in keinem anderen ist.
— Martin Buber
Das Glück kommt nicht von außen, es beginnt im Allerheiligsten der Seele
Glück tut gut, aber Leid lässt die Seele wachsen.
— Ludwig Uhland
Wer den Glauben an sich selbst bewahrt, verliert auch nicht den Glauben an die Menschen
Die Mütter geben unserem Geist Wärme, die Väter Licht
— Jean Paul
Wenn eine Seele aufwacht und lernt, Gott etwas heiterer ins Gesicht hineinzuschauen, was gibt das für ein neues Leben! Das kann alles neu machen und umgießen.
— Johann Albrecht Bengel
Ehrgeiz fängt die kleinen Seelen leichter als die großen, wie Stroh und Hütten leichter Feuer fangen als Paläste.
— Paul Cezanne
Die Liebe ist der Blick der Seele.
— Simone Weil
Dank ist keine Erniedrigung, sondern ein Zeichen hellen Verstandes, welcher die Verhältnisse erkennt, und ein Zeichen eines guten Gemütes, welches der Liebe fähig ist. Denn wer nicht danken kann, …
— Jeremias Gotthelf
Sei deines Willens Herr und deines Gewissens Knecht
— Marie von Ebner-Eschenbach
Man kann auf so vielerlei Weise Gutes tun, als man sündigen kann, nämlich mit Geld, Worten und Werken.
— Georg Christoph Lichtenberg
Nicht Worte sucht Gott bei dir, sondern das Herz
— Augustinus
Man empfindet Gott durch die Seele wie die Luft durch den Körper
— Joseph Joubert
Frieden ist nicht Abwesenheit vom Krieg; Friede ist eine Tugend, eine Geisteshaltung, eine Neigung zu Güte, Vertrauen, Gerechtigkeit.
— Baruch de Spinoza
Zwei Täubchen, die sich küssen, die nichts von Falschheit wissen, so sauber und so rein, soll deine Seele sein