Sprüche über Sehnsucht
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Was fehlt und dennoch nicht verstummt, spricht oft in der Sprache der Sehnsucht. Sie richtet sich auf Nähe, Glück, Ferne, Heimat oder Sinn und macht spürbar, dass der Mensch selten ganz in dem aufgeht, was er bereits besitzt. Darum gehört dieses Thema zu den zartesten und tiefsten inneren Bewegungen.
Ihre Kraft liegt darin, dass sie zugleich schmerzen und beleben kann. Sehnsucht hält Möglichkeiten offen, verleiht dem Leben Richtung und zeigt, wie sehr das Herz oft über das unmittelbar Gegebene hinausreicht.
Zahme Vögel singen von der Freiheit, wilde Vögel fliegen.
— Bertolt Brecht
Die Hälfte der Menschheit ist immer unglücklich, weil sie das nicht bekommen kann, womit die andere Hälfte unglücklich ist.
Das Staunen ist eine Sehnsucht nach dem Wissen.
— Thomas von Aquin
Die Heimat, das bedeutet: von Zeit zu Zeit eine Minute der Rührung, aber doch nicht dauernd
— Jules Renard
Ein kleines Lied, wie geht's nur an, dass man so lieb es haben kann, was liegt darin? Erzähle! Es liegt darin ein wenig Klang ein wenig Wohllaut und Gesang, und eine ganze Seele.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Und wenn wir die ganze Welt durchreisen, um das Schöne zu finden: Wir mögen es in uns tragen, sonst finden wir es nicht.
— Ralph Waldo Emerson
Die deutsche Wanderlust geht letztlich aus dem abenteuerlichen Sehnen nach einem idealen Land hervor.
— Gustav Freytag
Vielleicht war meine Gleichgültigkeit nur ein Übermaß an Begierde.
— Gustave Flaubert
Das Alter ist der Übel höchstes; denn es beraubt den Menschen aller Genüsse, läßt ihm aber das Verlangen danach und bringt alle Leiden mit sich.
— Giacomo Leopardi
Das Gelobte Land liegt immer jenseits der Berge.
— Washington Irving
Das größte Gut, das uns geschenkt ist, ist die Sehnsucht unserer Seele.
— Novalis
Liebe fordert letzte Beugung, und ich trau' dem dunklen Rufe. Noch im tiefen Graun der Zeugung fühl' ich Sehnsucht, ahn' ich Stufe.
— Hans Carossa
Jeder trägt in sich das Urbild der Schönheit, deren Abbild er in der großen Welt sucht.
— Blaise Pascal
Kein kluger Mensch hat jemals gewünscht, jünger zu sein.
— Jonathan Swift
Auch getrennte Freunde mit süßen Banden zu knüpfen, fand die gute Natur uns eine Sprache: die Schrift! Sie führt Seelen zusammen, die fern aneinander gedenken, führt den Seufzer herbei, der in den …
— Johann Gottfried Herder
Die Sehnsucht des Schwans ist dem Finken fremd.
Nur was wir ersehnen, ist unser Eigentum. Was wir besitzen, haben wir schon verloren.
— Karl Gustav Adolf von Harnack
Unzufriedenheit ist Verlangen nach sinnvoller Änderung.
— Else Pannek
Was das Wollen selbst anbetrifft, so ist es unrichtig, wenn man sagt, dass es Gegenstand des freien Willens sei
— Gottfried Wilhelm Leibniz
Ich wollte, ich könnte aus meinem Fleisch schlüpfen und eine Weile in meinen Knochen herumsitzen, um mich abzukühlen.
— Thomas Chandler Haliburton