Sprüche über Sehnsucht
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Was fehlt und dennoch nicht verstummt, spricht oft in der Sprache der Sehnsucht. Sie richtet sich auf Nähe, Glück, Ferne, Heimat oder Sinn und macht spürbar, dass der Mensch selten ganz in dem aufgeht, was er bereits besitzt. Darum gehört dieses Thema zu den zartesten und tiefsten inneren Bewegungen.
Ihre Kraft liegt darin, dass sie zugleich schmerzen und beleben kann. Sehnsucht hält Möglichkeiten offen, verleiht dem Leben Richtung und zeigt, wie sehr das Herz oft über das unmittelbar Gegebene hinausreicht.
Jeden Morgen in meinem Garten öffnen neue Blüten sich dem Tag. Überall ein heimliches Erwarten, das nun länger nicht mehr zögern mag.
— Matthias Claudius
Was der Mensch sein möchte, aber nicht ist, dazu macht er seinen Gott.
— Ludwig Andreas Feuerbach
Sehnsucht ist das Los des Geistes, der einmal Gottes Schönheit geschaut hat.
— Basilius von Caesarea
Hoffnung heißt der Morgenstern, Sehnsucht der Abendstern.
— Theodor Toeche-Mittler
Die Liebe ist die Lösung des Lebensrätsels, der Hass die verzehrende Sehnsucht danach.
— Heinrich Lhotzky
Vergebung muss immer da sein. Aber von Vergebung darf man erst reden, wenn die Menschen sich danach sehnen.
— Heinrich Lhotzky
Die Mensch weiß nie recht, was er will; und wenn er einmal hat, was er gewollt hat, so sieht er, dass es das nicht war. Und so geht all unser Bestreben ins Unendliche.
— Johann Jakob Wilhelm Heinse
Gedichte sind Balsam auf Unstillbares im Leben
— Caroline Schlegel-Schelling, geb. Michaelis
Hinter dem Traum der ewigen Jugend steht oft die Realität ewiger Unreife.
— Henriette Wilhelmine Hanke
Das Schicksal macht uns oft durch unsere stillen Wünsche zu Mitschuldigen seiner Härte und wir schlagen uns zerknirscht vor die Brust, wenn das, was wir auf Kosten eines anderen im Geheimen ersehnt, p …
— Wilhelmine von Hillern
Weit weg, dort im Sonnenlicht liegen meine höchsten Bestrebungen. Vielleicht werde ich sie nie erreichen, ich kann jedoch hinaufschauen und ihre Schönheit sehen, an sie glauben und versuchen, dorthin …
— Louisa May Alcott
Je weniger ein Mensch selber zärtlich sein kann, je nötiger hat er's, dass man's mit ihm sei: Aber nur Herzen erschließen Herzen.
— Rahel Varnhagen von Ense
Es ist noch Phantasie im Menschen übrig für idealistische Zustände, und die will Stoff, Nahrung.
— Rahel Varnhagen von Ense
Weißt du, warum wir hoffen? Wir können nicht ohne Bild leben. Ohne Hoffen haben wir kein Bild in der Seele; da ist nichts.
— Rahel Varnhagen von Ense
Ein Perlenkranz von Frauentränen, den Schmuck soll sich kein Mann ersehnen!
— Felix Dahn
Wo eine echte Frau ist, da ergreift uns stets ein großes Heimatgefühl
— Theresa Keiter
Die in der Sehnsucht warten, wachsen zu Riesen
— Max Dauthendey
Sehnsucht haben heisst so heisses Blut kriegen, daaa alles ringsum verdorrt.
— Max Dauthendey
Ein jeder hat Luftschlösser und der Arme zumeist
— Karl Detlef, Pseudon.v. Klara Bauer