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Sprüche über Sehnsucht

139 Sprüche — Seite 7

Was fehlt und dennoch nicht verstummt, spricht oft in der Sprache der Sehnsucht. Sie richtet sich auf Nähe, Glück, Ferne, Heimat oder Sinn und macht spürbar, dass der Mensch selten ganz in dem aufgeht, was er bereits besitzt. Darum gehört dieses Thema zu den zartesten und tiefsten inneren Bewegungen.

Ihre Kraft liegt darin, dass sie zugleich schmerzen und beleben kann. Sehnsucht hält Möglichkeiten offen, verleiht dem Leben Richtung und zeigt, wie sehr das Herz oft über das unmittelbar Gegebene hinausreicht.

  1. Jeden Morgen in meinem Garten öffnen neue Blüten sich dem Tag. Überall ein heimliches Erwarten, das nun länger nicht mehr zögern mag.

    Matthias Claudius

  2. Was der Mensch sein möchte, aber nicht ist, dazu macht er seinen Gott.

    Ludwig Andreas Feuerbach

  3. Sehnsucht ist das Los des Geistes, der einmal Gottes Schönheit geschaut hat.

    Basilius von Caesarea

  4. Hoffnung heißt der Morgenstern, Sehnsucht der Abendstern.

    Theodor Toeche-Mittler

  5. Die Liebe ist die Lösung des Lebensrätsels, der Hass die verzehrende Sehnsucht danach.

    Heinrich Lhotzky

  6. Vergebung muss immer da sein. Aber von Vergebung darf man erst reden, wenn die Menschen sich danach sehnen.

    Heinrich Lhotzky

  7. Die Mensch weiß nie recht, was er will; und wenn er einmal hat, was er gewollt hat, so sieht er, dass es das nicht war. Und so geht all unser Bestreben ins Unendliche.

    Johann Jakob Wilhelm Heinse

  8. Gedichte sind Balsam auf Unstillbares im Leben

    Caroline Schlegel-Schelling, geb. Michaelis

  9. Hinter dem Traum der ewigen Jugend steht oft die Realität ewiger Unreife.

    Henriette Wilhelmine Hanke

  10. Das Schicksal macht uns oft durch unsere stillen Wünsche zu Mitschuldigen seiner Härte und wir schlagen uns zerknirscht vor die Brust, wenn das, was wir auf Kosten eines anderen im Geheimen ersehnt, p …

    Wilhelmine von Hillern

  11. Weit weg, dort im Sonnenlicht liegen meine höchsten Bestrebungen. Vielleicht werde ich sie nie erreichen, ich kann jedoch hinaufschauen und ihre Schönheit sehen, an sie glauben und versuchen, dorthin …

    Louisa May Alcott

  12. Je weniger ein Mensch selber zärtlich sein kann, je nötiger hat er's, dass man's mit ihm sei: Aber nur Herzen erschließen Herzen.

    Rahel Varnhagen von Ense

  13. Es ist noch Phantasie im Menschen übrig für idealistische Zustände, und die will Stoff, Nahrung.

    Rahel Varnhagen von Ense

  14. Weißt du, warum wir hoffen? Wir können nicht ohne Bild leben. Ohne Hoffen haben wir kein Bild in der Seele; da ist nichts.

    Rahel Varnhagen von Ense

  15. Ein Perlenkranz von Frauentränen, den Schmuck soll sich kein Mann ersehnen!

    Felix Dahn

  16. Wo eine echte Frau ist, da ergreift uns stets ein großes Heimatgefühl

    Theresa Keiter

  17. Die in der Sehnsucht warten, wachsen zu Riesen

    Max Dauthendey

  18. Sehnsucht haben heisst so heisses Blut kriegen, daaa alles ringsum verdorrt.

    Max Dauthendey

  19. Ein jeder hat Luftschlösser und der Arme zumeist

    Karl Detlef, Pseudon.v. Klara Bauer