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Sprüche über Traurigkeit

163 Sprüche — Seite 8

Manche Gefühle sprechen leise und reichen doch tiefer als laute Erschütterungen. Traurigkeit gehört zu jenen inneren Zuständen, in denen Verlust, Enttäuschung oder unerfüllte Sehnsucht auf eine stille Weise gegenwärtig bleiben. Deshalb ist dieses Thema nicht bloß schwer, sondern auch ein Ausdruck jener Empfindsamkeit, die das Leben ernst nimmt.

In ihr zeigt sich, wie sehr das Herz an Menschen, Hoffnungen und Erinnerungen gebunden ist. Traurigkeit verlangt weder Hast noch Verdrängung, sondern Raum, damit Schmerz sich wandeln und wieder in Sprache, Trost oder stille Reife übergehen kann.

  1. Dem frohen Tage folgt ein trüber, doch alles wiegt zuletzt sich auf.

    August von Platen

  2. Wenn die Sonne ihre Strahlen verbirgt, zieht auch die Welt ihre Freude zurück

    Hildegard von Bingen

  3. Ach, die liebe Wintersonne! Sie ist traurig wie eine glückliche Erinnerung.

    Gustave Flaubert

  4. Über die Vergangenheit können wir heulen; ändern können wir sie nicht!

    Nikolaus B. Enkelmann

  5. Alle Mängel im menschlichen Leben sind keine Veranlassung zu weinerlicher Klage, sondern eine Aufgabe

    Paul de Lagarde

  6. Wer nie um der Liebe willen gelitten hat, der hat auch nie Glück durch sie erfahren.

    Gottfried von Strassburg

  7. Es gibt eine Nüchternheit, die besonders traurig ist: jene, der kein Rausch vorherging.

    Otto Weiss

  8. Der betrauert die Toten, der nach ihrem Wunsche lebt.

    Edward Young

  9. Gar oft weint man im Herzensgrund, wo doch lachen muss der Mund.

    Bernhard Freidank

  10. Im allgemeinen unterschätzt man das Liebesleid der frühen Jugend, weil man es so leicht vergessen sieht.

    Fanny Lewald

  11. Die Schmerzen und Kämpfe einer Seele kann auch nur eine verwandte Seele empfinden.

    Wilhelmine von Hillern

  12. Es ist sehr traurig bemerken zu müssen, wie uns der Egoismus allenthalben nachschleicht und uns oft da am nächsten ist, wo wir ihn am fernsten von uns glaubten.

    Karoline Friederike Louise M. von Günderrode

  13. Traurigsein ist wohl etwas Natürliches. Es ist wohl ein Atemholen zur Freude, ein Vorbereiten der Seele dazu.

    Paula Modersohn-Becker

  14. Ich weiß, ich werde nicht sehr lange leben. Aber ist das denn traurig? Ist ein Fest schöner, weil es länger ist?

    Paula Modersohn-Becker

  15. Tränen sind kein Zeichen der Schwäche. Sie reinigen die Seele von Schwermut und Pein.

  16. Tränen sind das Salz des Lebens, wenn es aber versalzen ist, bleibt ein unauslöschlicher Durst zurück.

    Friedrich Schleiermacher

  17. Bittere Tränen verwandelt die Liebe in Tränen der Wonne.

    Johann Kaspar Lavater

  18. Tränen kann man trocknen, aber das Herz – niemals.

    Margarete von Valois

  19. Zeig' deine Tränen nicht; den Freund betrübest du vergebens nur, und ach, dein Feind – er lacht dazu.

    Friedrich Julius Hammer

  20. Es ist eine traurige Stärke des Alters, dass es auf alles verzichten kann.

    August Pauly