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Sprüche über Ungerechtigkeit

119 Sprüche — Seite 6

Nichts wird von Kindern wie von Erwachsenen so schnell und so scharf empfunden wie Ungerechtigkeit. Sie verletzt das Vertrauen darauf, dass Leistung, Bedürftigkeit oder Würde angemessen wahrgenommen werden, und hinterlässt deshalb oft tiefe Bitterkeit. Darum gehört dieses Thema zu den empfindlichsten Fragen des Zusammenlebens.

Ihre Schärfe liegt darin, dass Ungerechtigkeit nicht nur äußeren Schaden anrichtet, sondern auch das Gefühl für Ordnung und Zugehörigkeit erschüttert. Wo sie sich häuft, wachsen Ohnmacht, Zorn und Misstrauen gegen die Welt.

  1. Wo der Zorn den Richter macht, hat Gerechter schon verspielt, Weil der Zorn nicht auf das Recht, sondern auf die Rache zielt.

    Friedrich von Logau

  2. Der da hat keine Mühe, dem gibt man die Kühe, und der da hat die Mühe, dem nimmt man die Kühe und gibt ihm die Brühe.

  3. Ein ungerechter Pfennig frißt zehn andere.

  4. Das Pferd, das am besten zieht, bekommt die meisten Schläge.

  5. Die Rosse fressen den Hafer, die ihn nicht verdienen.

  6. Der eine erregt den Staub, und einem andern fliegt er ins Auge.

  7. Wer fällt ein Urteil oder kennt den Sachverhalt, bevor er beide Teile klar vernommen hat?

    Euripides

  8. Man überzeugt am besten von seiner Macht, wenn man sie missbraucht

    Daniel Spitzer

  9. Eine Ungerechtigkeit Allahs ist sein Gesetz, wonach eine Frau immer das letzte Wort haben muss.

    George Bernard Shaw

  10. Eine ungerechte Tat, mit guter Absicht und aus Unwissenheit des Bösen begangen, bleibt immer ein Verbrechen, wenngleich die Schuld des Täters wegfällt und wir nur die Beschränktheit seiner Einsicht be …

    Johann Georg Adam Forster

  11. Kleinen Mörder schlägt man den Kopf ab, dem großen setzt man einen Lorbeerkranz auf

    Carl Philipp Gottfried von Clausewitz

  12. Wenn irgend etwas Unerfreuliches passiert, kommen die Männer mit Sicherheit drum herum.

    Jane Austen

  13. Es soll bloß keiner sagen, Ehen würden im Himmel geschlossen. Die Götter würden so eine große Ungerechtigkeit nicht begehen.

    Margarete von Valois

  14. Die Polizei sieht den Schuldigen durch die Finger; die Unschuldigen aber verdächtigt sie.

    Juvenal

  15. Die Pferde rennen nach dem Lohn, und die Esel erhalten ihn.

    Franz Emanuel August Geibel

  16. Was schlechte Richter sind, können wir an uns selbst lernen, wenn wir die Vergehen unserer Kinder strafen.

    August Pauly

  17. Die Verteidiger schwerer Irrtümer erinnern an die Soldaten der Termiten: Sie haben große Beißzangen und sind blind.

    August Pauly

  18. Das Unglück bricht manche Menschen, lässt andere aber Rekorde brechen.

    Sir Adolphus William Ward

  19. Unrecht Gut kommt nicht an den dritten Erben.

    Friedrich Wilhelm Kaulisch