Sprüche über Verlangen
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Verlangen geht tiefer als flüchtiger Wunsch, weil es das Innere stärker bindet und in Bewegung hält. Es kann heben oder verzehren, je nachdem, worauf es sich richtet. Darum gehört das Thema zu den kraftvollen und gefährdeten Regungen des Herzens.
Wenn Medizin nicht schadet, soll man froh sein und nicht obendrein noch verlangen, dass sie etwas nütze.
— Pierre Augustin Baron de Beaumarchais
Wer nichts verlangt, hat alles. Wer alles tut verlangen, der hat in Wahrheit noch nicht einen Stiel empfangen.
— Angelus Silesius
Man muss lernen, mit dem Gegebenen zufrieden zu sein, und nicht immer das verlangen, was gerade fehlt
— Theodor Fontane
Lebe so, dass du deine Tagen nicht zu verheimlichen brauchst, aber auch kein Verlangen hast, sie zur Schau zu stellen
— Leo Tolstoi
Hassen ist ein positiver Lebensstrom: das Verlangen nach Vernichtung, Angriff, der vom Kern ausgeht.
— Oswald Spengler
Es ist nur verständlich, dass die Wölfe die Abrüstung der Schafe verlangen, denn deren Wolle setzt dem Biß einen gewissen Widerstand entgegen.
— Gilbert Keith Chesterton
Wir haben Dir Deinen Namen gegeben. Unser ganzes Herz! Unser ganzes Leben! Unser Sonnenschein! Unser Seelenstrahl! Unser Hoffen, Sehnen und Verlangen! Unsere Wünsche, Glauben, Zweifel und Bangen!
Viele unserer Ängste sind nichts als Riegel vor den Türen zu den Gemächern des Märchenpalastes unserer Seele. Doch kein Riegel kann auf die Dauer unserem Verlangen widerstehen, unsere inneren Wund …
Sobald sich die Begierde einmischt, kann Liebe nicht Dauer verlangen.
— André Gide
Misstraue allen, die Opfer von anderen verlangen.
— Else Pannek
Das Alter ist der Übel höchstes; denn es beraubt den Menschen aller Genüsse, läßt ihm aber das Verlangen danach und bringt alle Leiden mit sich.
— Giacomo Leopardi
Der weisse, stolze Schwan hat wunderbar gesungen, und weinend bin ich an mein Lebensend gedrungen, welch streng und hartes Schicksal, ist ungetröstet sterben. Um mich der Tod will werben, im Tod w …
— Jakob Arcadelt
Ihr Verlangen, andern Unangenehmes zu sagen, geben manche für Offenherzigkeit aus.
— Otto Weiss
Unzufriedenheit ist Verlangen nach sinnvoller Änderung.
— Else Pannek
Wer ist blind? Der eine andere Welt nicht sehen kann. Wer ist stumm? Der zur rechten Zeit nichts Liebes sagen kann. Wer ist arm? Der von allzu heftigem Verlangen Gequälte. Wer ist reich? Dessen …
Hunde, die einen Braten gerochen haben, wollen ihn auch gerne belecken.
Räuber verlangen Geld oder Leben. Frauen beides.
Ein Mann, der das innere Verlangen seiner Geliebten nicht ganz stillen und befriedigen kann, versteht es gar nicht zu sein, was er doch ist und sein soll. Er ist eigentlich unvermögend und kann keine …
— Friedrich von Schlegel
Nichts beweist mehr Mangel an Lebensweisheit und Vernunft, als das Verlangen, das ganze Leben solle immer weise und vernunftgemäß sein.
— Giacomo Leopardi
Ein Gedanke hat genau so viel Wirkungskraft, als Verlangen in ihn gelegt wurde.
— Prentice Mulford