Sprüche über Vernunft
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Was ordnet, abwägt und vor übereilten Entscheidungen schützt, wird mit der Vernunft verbunden. Sie gibt dem Denken Form, prüft Möglichkeiten und bewahrt davor, bloß dem ersten Impuls zu folgen. Darum gehört dieses Thema zu den tragenden Kräften eines verantwortlichen und klaren Lebens.
Ihr eigentlicher Wert zeigt sich dort, wo Gefühl und Einsicht nicht gegeneinander ausgespielt, sondern ins rechte Verhältnis gebracht werden. Vernunft ist nicht Kälte, sondern die Fähigkeit, das Wesentliche zu erkennen und ihm besonnen zu entsprechen.
Die höchste Krone des Helden ist die Besonnenheit mitten in Stürmen der Gegenwart
— Jean Paul
Es gibt viele Dinge, die nicht vernünftig und doch ganz natürlich sind.
— George Bernard Shaw
Die Gerechtigkeit ist nichts anderes als die Nächstenliebe des Weisen.
— Gottfried Wilhelm Leibniz
Gleich wichtig ist es, sich bei der Freude wie beim Schmerz zu mäßigen.
— Seneca
Manche Menschen reisen hauptsächlich in den Urlaub, um Ansichtskarten zu kaufen, obwohl es doch vernünftiger wäre, sich diese Karten kommen zu lassen.
— Robert Musil
Jugend ist beständige Trunkenheit: sie ist das Fieber der Vernunft.
— François de la Rochefoucauld
Lieber zehn Schritte zu weit, als einen Schritt in die Gefahr gegangen.
Vergleichen und ertragen ist besser als Zank und Klagen.
Eine Vernunftehe schließen heißt in den meisten Fällen, alle seine Vernunft zusammenzunehmen, um die wahnsinnigste Handlung zu begehen, die ein Mensch begehen kann.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Es gibt kein Land, wo das Gesetz alles voraussehen kann und die ständigen Einrichtungen der Vernunft und Sitte zu ersetzen in der Lage sind.
— Charles Alexis Henri Clérel de Tocqueville
Jede Leidenschaft, die Raum zum Genießen und Nachdenken läßt, ist keine starke Leidenschaft.
— Michel de Montaigne
Lieben und vernünftig sein ist kaum einem Gotte möglich.
Wer die Arbeit liebt und sparsam zehrt, der sich in aller Welt ernährt.
Das Wissen hängt vom Studium ab, durch Taten kommt man zur Vernunft, Wohlstand erreicht man durch Fleiß, der Erfolg jedoch hängt ab vom Schicksal.
Soll man ein Huhn mit einem Messer schlachten, das für einen Ochsen bereit liegt?
Wer sich dem Notwendigsten widmet, geht überall am sichersten zum Ziel.
— Johann Wolfgang von Goethe
Wer einen Menschen tötet, tötet ein vernünftiges Wesen, Gottes Ebenbild; aber wer ein gutes Buch vernichtet, tötet die Vernunft selbst, tötet das Ebenbild Gottes, sozusagen als Abbild.
— John Milton
Der Zweck des Erdenlebens der Menschheit ist der, dass sie in demselben alle ihre Verhältnisse mit Freiheit nach der Vernunft einrichten.
— Johann Gottlieb Fichte
Köpfe, die nur den Nutzen und das Brauchbare bedenken, vernutzen und verbrauchen die Welt.
— Friedrich Georg Jünger
Den Tugenden benachbart sind die Laster.
— Hieronymus