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Sprüche über Vorsicht

476 Sprüche — Seite 23

Nicht jede Zurückhaltung ist Schwäche. Vorsicht bedeutet, Folgen mitzudenken, Gefahren zu erkennen und das rechte Maß zwischen Mut und Leichtsinn zu finden. Deshalb ist dieses Thema kein Lob der Angst, sondern ein Ausdruck von Klugheit, Verantwortung und nüchterner Aufmerksamkeit.

Ihr Wert zeigt sich besonders dort, wo übereiltes Handeln mehr zerstören würde als entschlossenes Abwägen. Die Sprüche zu diesem Thema erinnern daran, dass Vorsicht das Leben nicht verengt, sondern schützt und dass Besonnenheit oft jene Stärke ist, die Schaden verhindert, bevor er entsteht.

  1. Die Vernunft ist ein Licht. Davon will und soll die Natur erleuchtet, jedoch nicht in Brand gesteckt werden.

    Giacomo Leopardi

  2. Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift wird.

    Philippus Theophrastus Paracelsus

  3. Setzt eure Zelte weit auseinander, aber nähert eure Herzen.

  4. In der Einsamkeit müssen wir unsere Gedanken überwachen, in der Familie unsere Launen und in Gesellschaft unsere Zungen.

    Hannah More

  5. Das Gefühl des Menschen ist zerreissbar wie Seidenpapier. Die Welt gleicht einem Schachspiel, das sich mit jedem Zug ändert.

  6. In einem wenig besuchten Laden kauft man teuer.

  7. Wasser aus dem Brunnen vermische nicht mit Wasser aus dem Fluss

  8. Ein weiser Mann scheut das Bereuen. Er überlegt seine Handlung vorher.

    Epicharmos

  9. Manches gestehen bedeutet meist einen hinterhältigeren Betrug als alles zu verschweigen

    Arthur Schnitzler

  10. Das Kochen ist schon der Gesundheit wegen nicht als Nebensache zu betrachten.

    Henriette Davidis

  11. Ist das neue Argument todsicher, hätte man mit dem alten Argument vielleicht ein wenig länger leben können

    Christa Schyboll

  12. Mag uns die sichtbare Welt zuweilen anmuten wie aus Liebe gebildet; der Stoff des Unsichtbaren ist die Angst.

    Herman Melville

  13. Die vorsichtigen, die alles bedenkenden, alles voraussehenden Menschen fallen stets herein, denn immer mit Schwierigkeiten rechnen, heißt sie erschaffen.

    Prentice Mulford

  14. Es ist ziemlich belanglos, mit wem man rein geschäftlich und von Berufs wegen verkehrt; doch Vorsicht ist geboten, ehe wir einen Menschen unsere Mußestunden teilen lassen.

    Prentice Mulford

  15. Die Flamme der Verwirrung und des Zweifels ist es, die der Weise meidet

    Chuang-tzu

  16. Das Mißgeschick, das uns nachsichtig gegen andere macht, macht sie oft hart gegen uns selbst.

    Jean Antoine Petit-Senn

  17. Die Laster tragen Masken, und schreckliche Ungeheuer verbergen sich in schönen Fellen.

    Francesco Petrarca

  18. Wer durch Dornengestrüpp hat gehen müssen, lernt, wie Dornen verwunden, und tut die an ihm hängengebliebenen ab, damit sie anderen nicht schaden

    Hermann Stehr

  19. Man soll die Kinder lehren, die Übertreibung in den Ausdrücken als ein erstes Abweichen von der Wahrheit zu vermeiden.

    Alexandre Vinet

  20. Gewisse Wünsche darf man vor jedem aussprechen, nur nicht vor dem, der sie erfüllen könnte.

    Otto Weiss