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Sprüche über Vorsicht

476 Sprüche — Seite 8

Nicht jede Zurückhaltung ist Schwäche. Vorsicht bedeutet, Folgen mitzudenken, Gefahren zu erkennen und das rechte Maß zwischen Mut und Leichtsinn zu finden. Deshalb ist dieses Thema kein Lob der Angst, sondern ein Ausdruck von Klugheit, Verantwortung und nüchterner Aufmerksamkeit.

Ihr Wert zeigt sich besonders dort, wo übereiltes Handeln mehr zerstören würde als entschlossenes Abwägen. Die Sprüche zu diesem Thema erinnern daran, dass Vorsicht das Leben nicht verengt, sondern schützt und dass Besonnenheit oft jene Stärke ist, die Schaden verhindert, bevor er entsteht.

  1. Hüte dich vor gezuckerten Zungen und gepfefferten Herzen.

    Julius Wilhelm Zincgref

  2. Ich zieh' es vor zu schweigen bei Dingen, wo mir das Verständnis fehlt.

    Sophokles

  3. Es ist ein Tasten in der Welt, als wären wir alle abgestürzt und suchten in der Finsternis nach irgendeinem Stützpunkt zum Aufschwung.

    Carl Ludwig Schleich

  4. Zuviel Vertrauen ist häufig eine Dummheit, zuviel Mißtrauen ist immer ein Unglück.

    Johann Nepomuk Nestroy

  5. Die Kraft eines Volkes sollte man nach dem Maß seines Frohsinns messen. Wo Ernst ist, ist auch Sklaverei. Vertraue den Heiteren mehr als den Bedächtigen, sie sind lebensfähiger.

    Carl Ludwig Schleich

  6. Verfüge nie über Geld, ehe du es hast.

    Thomas Jefferson

  7. Bedenkt auch, wie unberechenbar der Verlauf eines Krieges ist, bevor ihr euch noch in denselben einlasset.

    Thukydides

  8. Nicht alle seine Fähigkeiten soll man sogleich und bei jeder Gelegenheit anwenden.

    Baltasar Gracián y Morales

  9. Wer keine Gelegenheit auslassen kann, etwas Kluges zu sagen, dem kann man die Behandlung eines großen Problems nicht anvertrauen.

    William Hazlitt

  10. Obwohl jeder das Schicksal hat, einmal zu sterben, lege deinen Kopf nicht in den Rachen des Löwen.

    Saadi Moscharrefoddin

  11. Unaufmersamkeit lässt das Schiff stranden.

  12. Man soll die Bärenhaut nicht verkaufen, ehe der Bär gestochen ist.

  13. Der Muskel wird durch starken Gebrauch gestärkt, der Nerv hingegen dadurch geschwächt. Also übe man seine Muskeln durch jede angemessene Anstrengung, hüte hingegen die Nerven vor jeder.

    Arthur Schopenhauer

  14. Betreibt man seine dunklen Geschäfte so gründlich, dass man mit seinem eigenen Schatten verschmilzt, sollte man das Licht der Öffentlichkeit möglichst meiden

    Christa Schyboll

  15. Gebrauche nie ein hartes Wort, wo ein glimpfliches seine Dienste tut.

    Johann Peter Hebel

  16. Es ist besser, feurig von Geist zu sein, selbst wenn man dann mehr Fehler begeht, als beschränkt und übervorsichtig.

    Vincent van Gogh

  17. Fürchte nicht Feinde, die angreifen, sondern Freunde, die schmeicheln

    Lord Byron

  18. Sei wie der Bambus. Beuge und biege dich anmutig, und du wirst niemals brechen.

  19. Auf der Suche nach der Wahrheit darfst du nicht die Lüge nach dem Weg fragen.

    Paul Johann Ludwig von Heyse

  20. Der Utopist sieht das Paradies, der Realist das Paradies plus Schlange

    Christian Friedrich Hebbel