99 Sprüche — Seite 3
Der Winter bringt Stille, Kälte und jene besondere Schärfe ins Leben, in der sich Entbehrung und Geborgenheit seltsam nahekommen. Schneelicht, kahle Landschaften und frühe Dunkelheit machen ihn zu einer Jahreszeit der Sammlung. Darin liegt sein eigener Zauber zwischen Härte und Ruhe.
Naturzitate über Winter werden gerne auf Grußkarten, in Reden über Umweltschutz, als Kalenderweisheiten oder als Beschriftung von Naturfotos eingesetzt. Sie erinnern daran, wie sehr das Menschliche im Natürlichen verwurzelt ist – und wie viel Trost und Schönheit die Natur bereithält.
Spät Rosen im Garten, lässt den Winter lange warten.
Und dräut der Winter noch so sehr mit trotzigen Gebärden; und streut er Eis und Schnee umher, es muss doch Frühling werden.
— Franz Emanuel August Geibel
Ich bin das Lichtlein, das erwacht in der dunklen Winternacht. Die Menschen gingen so gebückt, doch als das Lichtlein sie erblickt, da wussten sie, es kommt die Zeit, da alle Herzen werden weit, …
Der Winter ist den Kindern hold, die jüngsten sind's gewohnt. Ein Engel kommt, die Flüglein Gold, der gute Kinder lohnt.
— Johann Wolfgang von Goethe
Begräbt im Schnee der Winterwind die Straßen weit und breit, nie wird der Weg, o liebes Kind, zum Glück dir sein verschneit.
Es blüht der Winter im Geäst, und weiße Schleier fallen. Einsam erfriert ein Vogelnest. Wie vormals läßt das Weihnachtsfest die Glocken widerhallen. Es neigt sich über uns der Raum, darin auch wir …
Frühling, Sommer und dahinter gleich der Herbst und dann der Winter - ach, verehrteste Mamsell, mit dem Leben geht es schnell!
— Wilhelm Busch
Elisabeth zeigt an, was der Winter für ein Mann. (19. Nov.)
Bricht vor Allerheiligen der Winter ein, so herrscht Martini Sonnenschein. (01. Nov.)
Ein wahrer Freund ist einer, der im Winter Badeurlaub an einem Traumstrand macht, und dir keine Ansichtskarte schickt.
Ist St. Peter kalt, hat der Winter noch lange Halt. (22. Feb.)
Die Deutschen haben sechs Monate Winter und sechs Monate keinen Sommer. Und das nennen sie Vaterland.
— Napoleon
Ich wünsche Dir die zärtliche Ungeduld des Frühlings, das milde Wachstum des Sommers, die stille Reife des Herbstes und die Weisheit des erhabenen Winters.
Ist bis Dreikönigstag kein Winter, so kommt auch kein strenger mehr dahinter. (06. Jan.)
Das Wesen des Frühlings erkennt man erst im Winter, und hinter dem Ofen dichtet man die besten Mailieder.
— Christian Johann Heinrich Heine
Sei allem Abschied voran, als wäre er hinter dir, wie der Winter, der eben geht. Denn unter Wintern ist einer so endlos Winter, dass, überwinternd, dein Herz überhaupt übersteht.
— Rainer Maria Rilke
Fällt im Oktober das Laub sehr schnell, ist der Winter bald zur Stell'.
Heilige Dreikönig sonnig und still, der Winter vor Ostern nicht weichen will. (06. Jan.)
Nach Martinstag viele Nebel sind, so wird der Winter meist gelind. (11. Nov.)
Tritt Mattheis stürmisch ein, wird's an Ostern Winter sein. (24. Feb.)