730 Sprüche — Seite 17
Seit jeher sucht der Mensch nach Wissen, um die Welt zu verstehen und sich in ihr sicherer zu bewegen. Doch mit jeder Antwort wachsen auch neue Fragen, sodass Erkenntnis nie bloßer Besitz, sondern ein fortwährender Prozess bleibt. Eben darin liegt die Größe dieses Themas, das Neugier und Bescheidenheit zugleich verlangt.
Sein Wert zeigt sich nicht allein in Fakten, sondern in Urteilskraft, Unterscheidung und der Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen. Die Sprüche zu diesem Thema erinnern daran, dass echtes Wissen ohne Offenheit nicht gedeiht und dass Weisheit oft dort beginnt, wo man die eigenen Grenzen mitdenkt.
Ein Mensch ohne Kenntnis, eine Welt im Finstern.
— Baltasar Gracián y Morales
Sein und Wissen ist ein uferloses Meer: Je weiter wir vordringen, um so unermesslicher dehnt sich aus, was noch vor uns liegt; jeder Triumph des Wissens schließt hundert Bekenntnisse des Nichtwissen …
— Isaac Newton
Die größte geschäftliche Stärke in unserem Zeitalter ist der Vorsprung
— Walter Rathenau
Nichts wird so fest geglaubt wie das, was wir am wenigsten wissen
— Michel de Montaigne
Ein Intellektueller ist einer, der mehr Wörter benutzt, als er eigentlich braucht, um mehr zu sagen, als er eigentlich weiß
Es ist nicht möglich, mit Menschen zusammenzuleben, wenn man ihre Hintergedanken kennt.
— Albert Camus
Ich rate, lieber mehr zu können, als man macht, als mehr zu machen, als man kann
— Bertolt Brecht
Eine Idee ist nichts anderes als der Begriff von einer Vollkommenheit, die sich in der Erfahrung noch nicht vorfindet.
— Immanuel Kant
Zu verlangen, dass einer alles, was er je gelesen, behalten hätte, ist wie verlangen, dass er alles, was er je gegessen hat, noch in sich trüge
— Arthur Schopenhauer
Der einfachste Schüler ist heute mit Tatsachen vertraut, für die Archimedes sein Leben geopfert hätte.
— Ernest Renan
Erst der Wissende darf es sich leisten, auf alle Vorurteile hinabzusehen.
— Graf Hermann Keyserling
Der Mensch ist nicht nach dem zu beurteilen, was er weiß, sondern nach dem, was er liebt
— Augustinus
Im Fleiß kann dich die Biene meistern, in der Geschicklichkeit ein Wurm dein Meister sein, dein Wissen teilest du mit vorgezogenen Geistern, die Kunst, o Mensch, hast du allein.
— Friedrich von Schiller
Das Leben ist wie ein Buch, und wer nicht reist, liest nur ein wenig davon.
— Jean Paul
Die Quelle des Fortschritts in der Geschichte ist der einzelne Mensch.
— Paul de Lagarde
Das größte ist das Alphabet, denn alle Weisheit steckt darin. Aber nur der erkennt den Sinn, der’s recht zusammenzusetzen versteht.
— Franz Emanuel August Geibel
Geläng es mir, des Weltalls Grund, somit auch meinen, auszusagen, so könnt´ ich auch zur selben Stund mich selbst auf meinen Armen tragen.
— Franz Grillparzer
Unbedingter Gehorsam setzt bei den Gehorchenden Unwissenheit voraus.
— Charles-Louis de Montesquieu
Man verirrt sich nie so leicht wie wenn man glaubt den Weg zu kennen.
Eh man noch ein Wörtchen spricht, weiß schon Gott, was uns gebricht.