Sprüche über Zorn
112 Sprüche — Seite 5
Wenn Verletzung, Kränkung oder Widerstand plötzlich in glühende Heftigkeit umschlagen, tritt der Zorn hervor. Er besitzt Energie und Klarheit, kann aber ebenso Urteil verengen und Worte schärfen, bis mehr Schaden entsteht als zunächst beabsichtigt war. Deshalb gehört dieses Thema zu den ambivalenten Kräften des Gemüts.
Sein Wert liegt allenfalls darin, Unrecht nicht gleichgültig hinzunehmen. Zorn wird unerquicklich, sobald er nicht mehr geführt, sondern führend wird und dem Menschen seine Besonnenheit nimmt.
Wenn ein böser Mann wie der Teufel ist, dann ist eine böse Frau die ganze Hölle
Das Schicksal zürnt uns, aber zuweilen erscheint doch zwischen den ernsten Zügen noch ein freundliches Lächeln; wer weiß wie viele Mittel es uns noch darbietet, um seine Gunst wiederzugewinnen.
— Carl Philipp Gottfried von Clausewitz
Wer nie im Zorn erglühte, kennt auch die Liebe nicht.
— Ernst Moritz Arndt
Man soll, wenn einen der Zorn übermannt, höflich bleiben
— Otto von Bismarck
Einen Satz trag´ in den Ohren: Wer sich aufregt, hat verloren.
— Karl-Heinz Söhler
Die Wunde von eines Messers Schneide heilt, aber der Hass, den böse Worte schlugen, stirbt nicht ab.
Der Mutmensch kennt den Zorn, der Furchtmensch die Wut und den Ärger
— Walter Rathenau
Nur wer geliebt hat, kennt den Haß, den Zorn.
— Christian Dietrich Grabbe
Warum sie doch zu Schutz und Trutz die Tonart stets verschärfen? Nicht formen lässt sich jeder Schmutz, doch jeder lässt sich werfen.
— Ludwig Anton Salomon Fulda
Sei dessen eingedenk, dass zwischen einem Verrückten und einem, der vor Zorn rast, kein größerer Unterschied besteht als zwischen einer vorübergehenden und einer dauernden Tollheit.
— Erasmus von Rotterdam
Katze: weicher, unzerstörbarer Automat, von der Natur erschaffen, damit wir danach treten können, wenn in der Familie etwas schiefgeht.
— Ambrose Bierce
Zank ist der Rauch der Liebe.
— Ludwig Börne
In der Sauna verraucht der Zorn, und die Galle trocknet aus.
Vier Dinge kommen nicht zurück: das gesprochene Wort, der abgeschossene Pfeil, das vergangene Leben und die versäumte Gelegenheit.
Die Wut im Angesicht des Feindes macht die Augen trübe.
Ich müßte eine Hölle haben für meinen Zorn, eine Hölle für meinen Stolz – und die Hölle der Zärtlichkeit. Ein Konzert von Höllen.
— Arthur Rimbaud
Es ist schwer den harten Stein böser Worte glatt zu schleifen.
Mutterflüche kleben nicht, und Vaters Zorn schwärt nicht.
Männer sind wie Sprudelwasser - aufbrausend und geschmacklos
Wo der Zorn den Richter macht, hat Gerechter schon verspielt, Weil der Zorn nicht auf das Recht, sondern auf die Rache zielt.
— Friedrich von Logau