
Wer anderen nicht verzeihen kann, zerstört die Brücke, über die er selbst gehen muss. Jeder Mensch braucht Vergebung.
Bedeutung
Fuller nutzt die Brücke als Bild für wechselseitige Bedürftigkeit. Wer anderen nicht verzeiht, zerstört einen Übergang, den er selbst irgendwann brauchen wird, denn jeder Mensch ist fehlbar und auf Vergebung angewiesen. Der Satz ist moralisch stark, aber nicht grenzenlos. Er erinnert an Demut im Urteil: Heute braucht der andere Nachsicht, morgen vielleicht ich. Vergebung wird so nicht Schwäche, sondern Voraussetzung menschlicher Verbundenheit. Gerade dieser Blick auf Vergebung als Brücke, die jeder Mensch selbst brauchen kann gibt dem Spruch seine eigentliche Schärfe.
Verwendung
Passend ist das Zitat für Versöhnung, Predigten, Mediation, Familienkonflikte oder persönliche Reflexion nach Schuld und Kränkung. Bei schweren Verletzungen sollte es behutsam verwendet werden, damit Vergebung nicht als Pflicht zur Selbstgefährdung erscheint. Vor der Verwendung sollte die Grenze zwischen Vergebung und Selbstschutz klar sein, sonst kann der Ton leicht verrutschen.
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Über Thomas Fuller
Über den Autor
Historiker · Englisch · 1608 - 1661
Thomas Fuller (1608–1661) war ein englischer Historiker und Geistlicher, der mit 13 Jahren das Queens' College Cambridge besuchte und durch seine Redekunst und sein trainiertes Gedächtnis hervorstach.
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Fuller wurde 1608 in Aldwinkle, Northamptonshire, als Sohn eines Pfarrers geboren und am 19. Juni getauft. Sein Onkel John Davenant, Bischof von Salisbury, förderte seine frühe Karriere. Erste Werke wie die Gedichtsammlung „David's Hainous Sinne" (1631) über König David begründeten seinen literarischen Ruf.

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