
Ein schlechtes Gewissen ist der schmerzlichste Beweis für ein gutes Gedächtnis
Bedeutung
Selma Lagerlöf formuliert eine paradoxe Beziehung zwischen Gewissen und Gedächtnis: Ein schlechtes Gewissen setzt voraus, dass man sich noch genau erinnert – und genau das tut weh. Wer vergessen hätte, hätte kein schlechtes Gewissen. Der Satz ist ein indirektes Lob des Gedächtnisses und ein ehrlicher Blick auf die Verbindung von Schuld und Erinnerungsvermögen. Das Gewissen ist nicht nur moralische Instanz, sondern auch Gedächtniszeuge. Wer vergessen hätte, was er falsch gemacht hat, würde gar kein schlechtes Gewissen entwickeln – Schuld braucht Erinnerung.
Verwendung
Passt als nachdenkliches Zitat in Texten über Schuld, Gewissen, Erinnerung und Vergebung. Auch geeignet als Impuls in Diskussionen über moralische Verantwortung oder als persönliches Begleitwort, wenn jemand mit seinem Gewissen ringt. Wegen der Verknüpfung von Schuld und Gedächtnis auch als Impuls in Diskussionen über Verantwortung und moralisches Bewusstsein geeignet.
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Über Selma Lagerlöf
Über den Autor
Schriftsteller · 1858 - 1940
Selma Lagerlöf (1858–1940) war eine schwedische Schriftstellerin, die 1909 als erste Frau den Nobelpreis für Literatur erhielt und 1914 als erste Frau in die Schwedische Akademie aufgenommen wurde.
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Lagerlöf wurde auf Gut Mårbacka in Värmland geboren, wo sie auch starb. Ihr bekanntestes Werk, „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen" (1906/07), wurde als Kinderbuch weltberühmt. Ihr Schreiben verband geistliche und fantasievolle Elemente mit tiefer Heimatverbundenheit.

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