
Ein warmes Gefühl für die Leiden der Tiere ist immer ein Zeichen hoher Zivilistation.
Bedeutung
Lagerlöf formuliert Tierempathie als Zivilisationsindikator: Mitgefühl für Tiere setzt eine moralische Entwicklung voraus, die über das Nächstliegende hinausgeht. Wer fühlt, dass Tierleid bedeutsam ist – obwohl Tiere keine Stimme und keine Macht haben – zeigt damit eine Reife des moralischen Empfindens, die über Eigeninteresse hinausreicht. Das Natur- oder Weltbild trägt die Aussage, weil es eine menschliche Erfahrung anschaulich macht, ohne sie trocken zu erklären. So bleibt der Spruch bildhaft und gewinnt zugleich eine ruhige, lebensnahe Tiefe.
Verwendung
Als Argument für Tierschutz als Zeichen von Zivilisation. Passend in Gesprächen über Tierhaltung und Ethik, als Einladung zur Reflexion über den eigenen Umgang mit Tieren oder als humanistische Aussage über die moralische Reife einer Gesellschaft. Geeignet ist er für Naturtexte, Jahreszeiten, Erholung, Tierschutz oder ruhige Bildunterschriften. Er wirkt besonders gut, wenn das Naturbild zum tatsächlichen Anlass passt.
Wie gefällt dir dieser Spruch?
Durchschnittsbewertung: 5.00 von 5 (4 Stimmen)
Gewichtete Bewertung (Bayesian): 4.12 von 5
Über Selma Lagerlöf
Über den Autor
Schriftsteller · 1858 - 1940
Selma Lagerlöf (1858–1940) war eine schwedische Schriftstellerin, die 1909 als erste Frau den Nobelpreis für Literatur erhielt und 1914 als erste Frau in die Schwedische Akademie aufgenommen wurde.
Mehr erfahren
Lagerlöf wurde auf Gut Mårbacka in Värmland geboren, wo sie auch starb. Ihr bekanntestes Werk, „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen" (1906/07), wurde als Kinderbuch weltberühmt. Ihr Schreiben verband geistliche und fantasievolle Elemente mit tiefer Heimatverbundenheit.

Ähnliche Sprüche
Die kluge Frau freut sich, wenn man sie für schön hält. Die schöne Frau freut sich , wenn man sie für klug hält.
— Selma Lagerlöf
Kein Mensch kann den anderen von seinem Leid befreien, aber er kann ihm Mut machen, das Leid zu ertragen
— Selma Lagerlöf
Schenken heisst, einem anderen etwas geben, was man am liebsten selbst behalten möchte.
— Selma Lagerlöf
Wenn alle Menschen ihr Missgeschick auf einen einzigen großen Haufen legten, von dem sich jeder den gleichen Anteil zu …
— Sokrates
Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.
— Friedrich Schleiermacher
Mehr von diesem Autor
Alle Sprüche von Selma Lagerlöf →