
Das Tier wird durch seine Organe belehrt, der Mensch belehrt die seinigen und beherrscht sie.
Bedeutung
Goethe unterscheidet Instinkt und menschliche Selbstformung. Das Tier folgt seinen Organen, seinen Sinnen und natürlichen Anlagen, während der Mensch diese Anlagen bewusst schulen, lenken und beherrschen kann. Der Satz betont Bildung, Selbstdisziplin und die Fähigkeit, Triebe nicht einfach auszuführen. Zugleich klingt ein klassisches Menschenbild an, das Vernunft über Natur stellt. Gemeint ist weniger Abwertung des Tieres als die Verantwortung des Menschen, mit seinen Kräften vernünftig umzugehen. So bleibt die Aussage nah am Bild, klar verständlich und in ihrem Ton bewusst präzise.
Verwendung
Passend für Texte über Selbstbeherrschung, Erziehung, Anthropologie, Vernunft oder den Unterschied zwischen Instinkt und Kultur. In Unterricht und Essays kann der Spruch Diskussionen eröffnen. Bei modernen Tierethik-Themen sollte die hierarchische Sichtweise bewusst eingeordnet werden. Auch als kurzer Begleittext in redaktionell kuratierten Sammlungen ist er gut und knapp einsetzbar.
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Über Johann Wolfgang von Goethe
Über den Autor
Dichter und Dramatiker · Deutsch · 1749 - 1832
Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) schuf mit „Die Leiden des jungen Werthers" und „Faust" zwei Werke, die die europäische Literatur dauerhaft formten.
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Goethe stammte aus einer wohlhabenden Frankfurter Familie und studierte auf Wunsch seines Vaters Rechtswissenschaft, bevor er sich der Dichtkunst zuwandte. Ab 1775 lebte er am Hof in Weimar, wo er als Minister und Freund von Herzog Carl August politische Ämter bekleidete und 25 Jahre lang das Weimarer Hoftheater leitete. Neben der Literatur widmete er sich intensiv der Naturforschung.

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