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Es hat noch keinen grossen Geist

Spruchbild: Es hat noch keinen grossen Geist  ohne eine Beimischung von Wahnsinn gegeben

Es hat noch keinen grossen Geist ohne eine Beimischung von Wahnsinn gegeben

Bedeutung

Seneca richtet den Blick auf eine konkrete Spannung zwischen geist und intelligenz. Die Aussage gewinnt Kraft, weil sie einen inneren Widerspruch sichtbar macht: Wunsch und Wirklichkeit, Haltung und Handlung, Einsicht und Versuchung. So wird der Spruch zu einer kurzen Prueffrage an das eigene Verhalten und nicht bloss zu einem schoenen Satz fuer den Augenblick. Zugleich muss die problematische Wortwahl mitgelesen werden; sie spiegelt eine aeltere, abwertende Sicht und sollte heute nicht unkommentiert uebernommen werden.

Verwendung

Er passt in kurze Reden, persoenliche Nachrichten, Unterrichtsmaterial, Kalenderblaetter oder thematische Seiten zu Persönlichkeit, wenn eine praezise Lebensbeobachtung gebraucht wird. In Karten sollte der konkrete Anlass erkennbar sein, damit der Satz nicht beliebig neben anderen Weisheiten steht. Der abschliessende Begriff oder Vergleich arbeitet mit abwertender oder stigmatisierender Sprache; der Spruch passt deshalb heute nur mit klarer kritischer Einordnung.

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Über Seneca

Über den Autor

Philosoph · Römisch · 4 v. Chr. - 65 n. Chr

Lucius Annaeus Seneca (ca. 1–65 n. Chr.) war ein römischer Stoiker, der als Erzieher und Berater Kaiser Neros dessen Herrschaft mitgestaltete und auf kaiserlichen Befehl Selbsttötung beging.

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Obwohl Seneca in seinen Schriften Verzicht und Bescheidenheit predigte, zählte er zu den reichsten und mächtigsten Männern Roms – ein Widerspruch, der ihm schon zu Lebzeiten den Ruf eines Opportunisten einbrachte. Im Jahr 55 bekleidete er ein Suffektkonsulat. Zuletzt beschuldigte ihn Nero der Beteiligung an der Pisonischen Verschwörung und zwang ihn damit in den Tod.

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