
Viele verlieren den Verstand deshalb nicht, weil sie keinen haben.
Bedeutung
Baltasar Gracián y Morales richtet den Blick auf eine konkrete Spannung zwischen gelegenheit und schwäche. Die Aussage gewinnt Kraft, weil sie einen inneren Widerspruch sichtbar macht: Wunsch und Wirklichkeit, Haltung und Handlung, Einsicht und Versuchung. So wird der Spruch zu einer kurzen Prueffrage an das eigene Verhalten und nicht bloss zu einem schoenen Satz fuer den Augenblick. Die Worte bleiben nah am konkreten Bild des Spruchs und vermeiden deshalb eine austauschbare Moral.
Verwendung
Er passt in kurze Reden, persoenliche Nachrichten, Unterrichtsmaterial, Kalenderblaetter oder thematische Seiten zu Zusammenleben, wenn eine praezise Lebensbeobachtung gebraucht wird. In Karten sollte der konkrete Anlass erkennbar sein, damit der Satz nicht beliebig neben anderen Weisheiten steht. Am besten wirkt er mit einem kurzen persoenlichen Satz davor oder danach.
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Über Baltasar Gracián y Morales
Über den Autor
Schriftsteller · Spanisch · 1601 - 1658
Baltasar Gracián y Morales (1601–1658) war ein spanischer Jesuit und Moraltheologe, der höfisch-politische Traktate im Barock verfasste und wegen seiner aufklärerischen Weltsicht Publikationsverbot erhielt.
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Gracián wurde 1601 in Belmonte bei Calatayud in Aragonien geboren und starb 1658 in Tarazona. Als Hochschullehrer und Mitglied des Jesuitenordens bewegte er sich im Spannungsfeld zwischen kirchlicher Disziplin und freiem Denken. Seine philosophischen Schriften zählen zu den stilistisch markantesten des spanischen Barock.

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