
Wenn sich zwei Herzen scheiden, die sich dereinst geliebt, das ist ein großes Leiden, wie's größ'res nimmer gibt.
Bedeutung
Geibels Vers beschreibt Trennung als tiefes Liebesleid. Zwei Herzen, die einst verbunden waren, gehen auseinander, und gerade die Erinnerung an frühere Nähe macht den Schmerz so groß. Die Sprache ist schlicht, fast liedhaft, aber in ihrer Steigerung sehr intensiv. Der Spruch eignet sich für den Ausdruck von Liebeskummer, Abschied und Verlustgefühl, kann jedoch bei akuter Trauer oder frischer Trennung stark belasten. Seine alte Diktion verstärkt den feierlichen Schmerz und die Endgültigkeit.
Verwendung
Allenfalls für literarische Sammlungen, Texte über Liebeskummer oder sehr persönliche Abschiedsworte geeignet. Der Ton ist schwermütig und pathetisch. Bei frischen Trennungen sollte sorgfältig geprüft werden, ob die starke Leidensformulierung hilfreich ist. Redaktioneller Hinweis: Wegen deutlicher Leid- und Trennungsschwere bitte sensibel prüfen und nicht automatisch in allgemeinen Liebes- oder Grußkartenstrecken ausspielen.
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Über Franz Emanuel August Geibel
Über den Autor
Deutsch · 1815 - 1884
Franz Emanuel August Geibel (1815–1884) war ein Lübecker Lyriker, dessen Gedichte von Schumann, Brahms und Mendelssohn vertont wurden und mit „Der Mai ist gekommen" bis heute im Volksmund lebendig sind.
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Über 3500 Kompositionen zu knapp 300 seiner Gedichte entstanden – mehr als jedes andere deutschsprachige Lyrikwerk seiner Epoche. Sein Gedicht „Deutschlands Beruf" (1861) lieferte die Verse, die Kaiser Wilhelm II. zum politischen Schlagwort „Am deutschen Wesen soll dereinst die Welt genesen" umformte. Ab 1843 war Geibel neben Heinrich Heine und Friedrich Rückert der meistgelesene deutsche Dichter seiner Zeit.
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