
Das Freisein von etwas erfährt seine Erfüllung erst in dem Freisein für etwas. Freisein allein um des Freiseins willen aber führt zur Anarchie.
Bedeutung
Bonhoeffer unterscheidet zwischen Freiheit von Bindungen und Freiheit für Verantwortung. Reines Losgelöstsein genügt nicht, wenn es keinem sinnvollen Ziel dient. Ohne Orientierung kann Freiheit in Willkür oder Anarchie umschlagen. Vor dem Hintergrund von Bonhoeffers ethischem und politischem Denken bekommt der Satz besonderes Gewicht: Freiheit verlangt Bindung an Gewissen, Gemeinschaft und Aufgabe, nicht bloß die Abwesenheit äußerer Grenzen. Dadurch wird Freiheit zu einer verpflichtenden Praxis mit ethischem Ziel. Sein Freiheitsbegriff ist ausdrücklich verantwortungsbezogen.
Verwendung
Geeignet für politische Bildung, Ethikunterricht, Predigten, Essays oder Debatten über Verantwortung und Freiheit. Der Ton ist ernst, normativ und anspruchsvoll. Wegen des Begriffs Anarchie sollte der Kontext sorgfältig erklärt werden. Redaktioneller Hinweis: Politisch und theologisch aufgeladener Bonhoeffer-Kontext, bitte nicht als allgemeine Freiheitspointe ohne Einordnung verwenden.
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Über Dietrich Bonhoeffer
Über den Autor
Theologe · Deutsch · 1906 - 1945
Dietrich Bonhoeffer (1906–1945) war ein lutherischer Theologe der Bekennenden Kirche, der auf Befehl Hitlers im KZ Flossenbürg hingerichtet wurde.
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Mit 24 Jahren habilitiert, leitete Bonhoeffer ab 1935 das illegale Predigerseminar der Bekennenden Kirche in Finkenwalde. Ab 1933 stellte er sich öffentlich gegen die nationalsozialistische Judenverfolgung und schloss sich um 1938 dem Widerstand um Admiral Canaris an. Seine in der Haft verfassten Gefängnisbriefe gelten als theologisch einflussreich.
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