
Ein Feigling ist ein Mensch, bei dem der Selbsterhaltungstrieb normal funktioniert.
Bedeutung
Ambrose Bierce entlarvt mit scharfem und subtilem Sarkasmus die gesellschaftliche Verurteilung von Feigheit als fragwürdiges, konstruiertes Urteil: Wer den angeborenen und biologisch verankerten Selbsterhaltungstrieb normal auslebt, wird gesellschaftlich als Feigling gebrandmarkt – obwohl dieser Trieb tief in jedem Menschen gleichmäßig verankert ist. Bierce stellt damit implizit die ernsthafte Frage, ob Heldenmut tatsächlich Tugend ist oder nur gesellschaftlich produzierter Druck, Überlebensinstinkte zu unterdrücken und zu verleugnen.
Verwendung
Passend für satirische Texte und Glossen über gesellschaftliche Rollenbilder, Männlichkeitsnormen und fragwürdige Konventionen. Gut für literarische Diskussionen über Mut und Feigheit oder philosophische Texte über Naturinstinkt und moralische Norm. Eignet sich als pointierter Gesprächsöffner oder in Texten über Kriegskritik und fragwürdige Heldenverehrung.
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Über Ambrose Bierce
Über den Autor
Schriftsteller · US-Amerikanisch · 1842 - 1914
Ambrose Bierce (1842–1914) war ein US-amerikanischer Schriftsteller, dessen sarkastisch-zynische Kurzprosa ihn neben Edgar Allan Poe zum Meister der unheimlichen Kurzgeschichte machte.
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Der Amerikanische Bürgerkrieg durchzog als zentrales Thema sein gesamtes schriftstellerisches und journalistisches Schaffen. Bierce verschwand um 1914 rätselhaft in den Wirren der Mexikanischen Revolution in Chihuahua, Mexiko. Sein schwarzhumoriger Erzählton beeinflusste spätere Autoren wie Ernest Hemingway.
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