
Der Geizhals bleibt im Tode karg: zehn Blicke wirft er auf den Sarg, und tausend wirft er mit Entsetzen nach den mit Angst verwahrten Schätzen.
Bedeutung
Gellerts Vers verspottet den Geizhals, der selbst im Angesicht des Todes am Besitz hängt. Der Blick auf den Sarg ist kurz, der Blick auf die verwahrten Schätze tausendfach und angstvoll. Dadurch wird die Lächerlichkeit einer Existenz sichtbar, die Reichtum über Leben, Beziehung und Loslassen stellt. Die Moral ist klar: Habgier überdauert sogar die letzte Grenze und macht den Menschen unfrei. Der Tod verstärkt hier die Satire. Besitz erscheint als Fessel, nicht als Sicherheit.
Verwendung
Passend für literarische Satire, moralische Betrachtungen über Geiz, Besitz und Vergänglichkeit. Nicht geeignet für reale Trauerfälle oder Kondolenztexte. Redaktioneller Hinweis: Wegen Sarg, Tod und spöttischem Ton bitte nur manuell in eindeutig literarischem oder satirischem Kontext verwenden. Die Rahmung sollte den satirischen Charakter klar erkennbar machen.
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Über Christian Fürchtegott Gellert
Über den Autor
Philosoph · Deutsch · 1715 - 1769
Christian Fürchtegott Gellert (1715–1769) war deutscher Dichter und Moralphilosoph der Aufklärung, der neben Christian Felix Weiße als meistgelesener Schriftsteller seiner Zeit galt.
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Geboren am 4. Juli 1715 in Hainichen, verbrachte Gellert den Großteil seines Lebens in Leipzig, wo er am 13. Dezember 1769 starb. Als Vertreter der Aufklärung verband er dichterisches Schaffen mit moralphilosophischem Denken und erreichte damit ein breites Lesepublikum im deutschsprachigen Raum.
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