Sprüche über Enttäuschung
175 Sprüche — Seite 8
Wer enttäuscht ist, hat meist mehr erhofft – nicht weniger. Darin liegt eine stille Würde: Enttäuschung ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Engagement, von Vertrauen, das sich nicht erfüllt hat. Sie zeigt, dass man bereit war zu glauben, sich zu öffnen, etwas zu wagen.
Deshalb trägt dieses Thema eine ehrliche Tiefe in sich, die weit über bloße Klage hinausreicht. Im Nachdenken darüber gewinnt das Erlebte Abstand – und bisweilen auch den Mut, es trotz allem noch einmal zu wagen.
Wenn die Geizhälse nicht das kriegen, was sie wollen, fallen sie in eine Traurigkeit, aus der sie sich nicht leicht erheben können.
— Hildegard von Bingen
Der Mensch ist dazu bestimmt, den Sturz seiner Götter zu überleben.
— David Herbert Lawrence
Autorität wie Vertrauen werden durch nichts mehr erschüttert als durch das Gefühl, ungerecht behandelt zu werden
— Theodor Storm
Mancher hält sich für taub, bloß weil nicht mehr über ihn gesprochen wird.
— Charles de Talleyrand
Wirklich gute Freunde machen sich erst aus dem Staub, wenn man sie dringend braucht.
— Charles de Talleyrand
Nichts schmerzt so sehr wie fehlgeschlagene Erwartungen, aber gewiss wird auch durch nichts ein zum Nachdenken fähiger Geist so lebhaft wie durch sie erweckt.
— Benjamin Franklin
Ich hatte mich drauf verlassen wie der Bock auf die Hörner.
Er kommt vom Pferd auf den Esel.
Der Esel trägt das Korn in die Mühle und bekommt Disteln.
Auch gut, hat der Bauer gesagt, da hatt' er einen Floh gefangen. Er war aber auf den Läusefang aus.
Die Henne, die zu früh gackert, legt auf den Tag ein Windei.
Wenn die Hunde gähnen, ist die beste Jagd vorbei.
Der Hund wird nicht ledig, ob er gleich in die Kette beißt.
Damit lockt man keinen Hund vom Ofen.
Die Lieb ist übel angelegt, die keine Lieb herwider trägt.
Er lässt den Schwanz hängen wie ein begossener Pudel.
Man muss oft die Jagd abblasen, ob man gleich nichts gefangen hat.
Jagen und nicht fangen macht verdrossene Jäger.
Später Dank und späte Freuden gleichen der Wintersonne: sie wärmen wenig und wecken müde Kräfte
— Theodor Toeche-Mittler
Ein Mensch ist erst alt, wenn Reue den Platz von Träumen einnimmt.
— John Barrymore
Wer enttäuscht ist, hat meist mehr erhofft – nicht weniger. Darin liegt eine stille Würde: Enttäuschung ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Engagement, von Vertrauen, das sich nicht erfüllt hat. Sie zeigt, dass man bereit war zu glauben, sich zu öffnen, etwas zu wagen.
Deshalb trägt dieses Thema eine ehrliche Tiefe in sich, die weit über bloße Klage hinausreicht. Im Nachdenken darüber gewinnt das Erlebte Abstand – und bisweilen auch den Mut, es trotz allem noch einmal zu wagen.