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Sprüche über Fortschritt

447 Sprüche — Seite 21

Wo Neues entsteht, liegt stets die Hoffnung nahe, dass sich das Leben verbessert. Fortschritt verspricht Entwicklung, Erleichterung und Erkenntnis, stellt aber zugleich die Frage, ob technisches Können wirklich mit menschlicher Reife Schritt hält. Gerade deshalb ist dieses Thema zugleich verheißungsvoll und kritisch zu betrachten.

Seine Ambivalenz zeigt sich darin, dass nicht jede Neuerung automatisch ein Gewinn für das Ganze ist. Die Sprüche zu diesem Thema fragen nach Maß, Richtung und Verantwortung und erinnern daran, dass echter Fortschritt mehr bedeutet als bloße Beschleunigung.

  1. Die Menschen haben nicht große Dinge ohne große Leidenschaften hervorgebracht.

    Hippolyte Taine

  2. Man druckt viele neue Bücher; man würde gut tun, wenn man einige alte Bücher von neuem druckte.

    Hippolyte Taine

  3. Die Vernunft, wenn sie wirksam werden will, muss die Form der Tradition annehmen, denn keine Lehre kann tätig eingreifen, bevor sie blind geworden.

    Hippolyte Taine

  4. Da ist keine Gedanke, so bizarr, so weit oder eng er auch sein mag, der sich nicht eines Menschen bemächtigt hätte und in ihm fruchtbar geworden wäre.

    Hippolyte Taine

  5. Alles Leben hat keinen Stillstand und das Schönste ist das Schnellste.

    Johann Jakob Wilhelm Heinse

  6. Wissenschaft ist eine Sammlung vieler klarer Begriffe aus vielen lebhaften Erfahrungen über eine Sache.

    Johann Jakob Wilhelm Heinse

  7. Jede Erfindung, welche dem Menschen die Mühe einer mechanischen Arbeit abnimmt, erweitert für ihn die Möglichkeit seines geistigen freien Schaffens und Wirkens und gestattet ihm damit eine Ausnutzung …

    Fanny Lewald

  8. Alte Werte sind spätestens dann zu hinterfragen, wenn man sie nur noch bewahren kann, indem man auf ihnen beharrt.

    Henriette Wilhelmine Hanke

  9. Für immer weniger Geld gibt es immer mehr Zahlungsarten.

    Henriette Wilhelmine Hanke

  10. Was zu Unrecht allgemeine Ablehnung erfährt, kehrt meist unter neuer Bezeichnung wieder.

    Henriette Wilhelmine Hanke

  11. Den aufrechten Gang hat der Mensch schon in seinen Anfängen gelernt, aber er macht ihm jetzt noch zu schaffen.

    Henriette Wilhelmine Hanke

  12. Ein Stück Schwarzbrot und ein Krug Wasser stillen den Hunger eines jeden Menschen. Aber unsere Kultur hat die Gastronomie geschaffen.

    Honoré de Balzac

  13. Wir machen keine neuen Erfahrungen, aber es sind immer neue Menschen, die alte Erfahrungen machen.

    Rahel Varnhagen von Ense

  14. Hätte man von Anbeginn der Zeiten immer das nützliche und heilsame nur deswegen unterlassen, weil es noch neu und nicht im Gebrauch war, weil es gerade erst erfunden wurde, so würden den Menschen viel …

    Dorothea Christiane Erxleben

  15. Eine Lüge engagiert meistens schon zu der nächsten.

    Rahel Varnhagen von Ense

  16. Vergessenheit lässt sich nicht suchen, nicht finden, nicht plötzlich herbeiführen; sie kommt nach und nach wie von selbst

    Sophie Alberti

  17. Wie die Schere und der Wasserkrug des sorgsamen Gärtners den Baum in die Höhe treiben, so lassen die Tränen des vergangenen Jahres des Menschen Seele reifen.

  18. Kinder müssen wir werden, wenn wir das Beste erreichen wollen.

    Philipp Otto Runge

  19. Weltgeschichte macht es wie die Bauern, wenn sie Pferde nicht haben kann, lässt sie ihren Wagen durch Ochsen ziehen.

    August Pauly

  20. Der Weg der Wissenschaft geht nicht durch harte Köpfe hindurch, sondern an ihnen vorbei.

    August Pauly