457 Sprüche — Seite 7
Wo Neues entsteht, liegt stets die Hoffnung nahe, dass sich das Leben verbessert. Fortschritt verspricht Entwicklung, Erleichterung und Erkenntnis, stellt aber zugleich die Frage, ob technisches Können wirklich mit menschlicher Reife Schritt hält. Gerade deshalb ist dieses Thema zugleich verheißungsvoll und kritisch zu betrachten.
Seine Ambivalenz zeigt sich darin, dass nicht jede Neuerung automatisch ein Gewinn für das Ganze ist. Die Sprüche zu diesem Thema fragen nach Maß, Richtung und Verantwortung und erinnern daran, dass echter Fortschritt mehr bedeutet als bloße Beschleunigung.
Triebe der Narr seine Dummheiten auf die Spitze, würde er weise werden
— William Blake
Der Mensch ist heute nur aktiver geworden, aber nicht glücklicher, als er vor sechstausend Jahren gewesen ist
— Edgar Allan Poe
Unermeßlichen Einfluß auf die ganze menschliche Entwicklung eines Volks hat die Beschaffenheit seiner Sprache.
— Johann Gottlieb Fichte
Wir wollen die Welt ein wenig besser verlassen, als wir sie vorgefunden haben
— Robert Louis Stevenson
Es ist nichts angenehmer als aus einem Übel, das uns begegnet, seinen Vorteil zu ziehen.
— Ludwig Börne
Der erste Seufzer der Liebe ist der letzte der Zurechnungsfähigkeit.
— Antoine Bret
Alles, was ein Mensch sich vorstellen kann, werden andere Menschen verwirklichen.
— Jules Verne
Manchmal ist es im Leben so, dass man erst etwas wird, wenn man nichts mehr werden will.
— Willy Brandt
Es gibt Dinge, die sind unbekannt und es gibt Dinge, die sind bekannt, dazwischen gibt es Türen
— William Blake
Wir müssen nicht immer nur versuchen herauszufinden, was uns trennt, sondern was wir gemeinsam haben.
— John Ruskin
Der Fortgang der wissenschaftlichen Entwicklung ist im Endeffekt eine ständige Flucht vor dem Staunen.
— Albert Einstein
Ich lerne, wenn ich gescheitert bin und nicht, wenn ich Erfolg hatte.
— Reinhold Messner
Der Mensch ist in der Gegenwart in Technik manchmal so vernarrt, dass ihn kaum der Verdacht befällt, ob sie ihn nicht zum Narren hält.
— Karl-Heinz Söhler
Unsere Vorfahren hielten sich an den Unterricht, den sie in ihrer Jugend empfangen; wir aber müssen jetzt alle fünf Jahre umlernen, wenn wir nicht ganz aus der Mode kommen wollen
— Johann Wolfgang von Goethe
Alles Bedeutende im Strom des Lebens ist durch Sieg und Niederlage entstanden.
— Oswald Spengler
Ein jedes Problem durchläuft bis zu seiner Anerkennung drei Stufen: In der ersten wird es lächerlich gemacht, in der zweiten bekämpft, in der dritten gilt es als selbstverständlich
— Arthur Schopenhauer
Je mehr die Menschen an Sterne glauben, desto weniger glauben sie an das, was über den Sternen ist.
— Albert Schweitzer
Ein Ende des Trauern findet, auch wer es nicht mit Absicht gesucht hat, mit der Zeit.
— Seneca
Es ist unzulässig, dass Wissenschaftler Tiere zu Tode quälen. Laßt die Ärzte mit Journalisten und Politikern experimentieren
— Henrik Johan Ibsen
Der Fortschrittsgedanke der Zivilisation hat sich als ein Übermut des Menschen entschleiert
— Karl Theodor Jaspers