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Sprüche über Opfer

92 Sprüche — Seite 3

Was hingegeben, verloren oder bewusst getragen wird, erhält im Begriff des Opfers seine ernste Form. Es kann aus Liebe, Pflicht, Ideal oder Zwang entstehen und berührt deshalb Fragen nach Wert, Verzicht und menschlicher Grenze. Darum ist dieses Thema von stiller moralischer Schwere.

Seine Tiefe zeigt sich darin, dass Opfer nicht nur Schmerz bedeutet, sondern oft auch Verbundenheit und Überzeugung sichtbar macht. Was geopfert wird, verweist immer auf das, was einem Menschen höher steht als Bequemlichkeit oder Eigennutz.

  1. Gute Manieren bestehen aus lauter kleinen Opfern.

    Ralph Waldo Emerson

  2. Viel Gutes kann der Mensch vollbringen, ohne sich ein Opfer zumuten zu müssen.

    Albert Schweitzer

  3. Die passive Natur des Weibes will geben, leisten, will pflegen, opfern, glücklich machen; der aktive Geist des Mannes will glücklich gemacht werden, will empfangen, gepflegt, geliebt sein.

    Bogumil Goltz

  4. Das schwerste Opfer, welches der Mensch zu bringen vermag, ist, sein Herz brechen zu lassen und seiner Liebe entsagen.

    Heinrich Martin

  5. Ohne Aufopferung läßt sich keine Freundschaft denken.

    Johann Wolfgang von Goethe

  6. Misstraue allen, die Opfer von anderen verlangen.

    Else Pannek

  7. Selbstaufopferung ist das wirkliche Wunder, aus dem alle anderen Wunder entspringen.

    Ralph Waldo Emerson

  8. Liebe, die von Herzen liebt, ist am reichsten, wenn sie gibt; Liebe, die von Opfern spricht, ist schon rechte Liebe nicht.

    Franz Emanuel August Geibel

  9. Durch Leichtfertigkeit verliert man die Wurzeln, durch Unruhe die Übersicht.

    Laotse

  10. Jede Wahl enthält ein Opfer

    André Gide

  11. Männer, die den Frauen nicht auf halbem Wege entgegengehen, werden das Opfer von Frauen, die ihnen auf halbem Wege entgegenkommen.

    Walter Bagehot

  12. Bei jedem Geschenk oder Opfer gibt es zwei Arten von Dankbarkeit, die unmittelbare, wenn wir etwas entgegennehmen, und die tiefere, wenn wir etwas weggeben

  13. Der Krieg hat einen langen Arm. Noch lange, nachdem er vorbei ist, holt er sich seine Opfer.

    Martin Kessel

  14. Ganz aufgehen in der Familie heißt, ganz untergehen

    Marie von Ebner-Eschenbach

  15. Ein Schnupfen hockt auf der Terrasse, auf dass er sich ein Opfer fasse, und stürzt alsbald mit großem Grimm auf einen Menschen namens Schrimm. Paul Schrimm erwidert prompt: "Pitschü!" und hat ihn …

    Christian Morgenstern

  16. Ohne den Mut verkleinern zu wollen, mit dem manche ihr Leben geopfert haben, sollten wir auch jenes Mutes nicht vergessen, mit dem andere ihr Leben gelebt haben.

    John F. Kennedy

  17. Jede Flamme opfert sich selbst - Je schöner sie brennt, desto mehr nähert sie sich der Vernichtung, dem Erlöschen.

    Christian Johann Heinrich Heine

  18. Wer Aufopferung als Lebensinhalt akzeptiert, wird ein Opfer seiner selbst.

    Else Pannek

  19. Wer berufen ist, hat Angst, wenn seine Stunde schlägt; denn er weiß, welches Opfer sie von ihm verlangt: Das Opfer seiner Person um seiner Sache willen

    Hermann Bahr

  20. Man wird am ehesten betrogen, wenn man sich für klüger als die anderen hält.

    René Descartes