Sprüche über Opfer
101 Sprüche — Seite 4
Was hingegeben, verloren oder bewusst getragen wird, erhält im Begriff des Opfers seine ernste Form. Es kann aus Liebe, Pflicht, Ideal oder Zwang entstehen und berührt deshalb Fragen nach Wert, Verzicht und menschlicher Grenze. Darum ist dieses Thema von stiller moralischer Schwere.
Seine Tiefe zeigt sich darin, dass Opfer nicht nur Schmerz bedeutet, sondern oft auch Verbundenheit und Überzeugung sichtbar macht. Was geopfert wird, verweist immer auf das, was einem Menschen höher steht als Bequemlichkeit oder Eigennutz.
Bei jedem Geschenk oder Opfer gibt es zwei Arten von Dankbarkeit, die unmittelbare, wenn wir etwas entgegennehmen, und die tiefere, wenn wir etwas weggeben
Der Krieg hat einen langen Arm. Noch lange, nachdem er vorbei ist, holt er sich seine Opfer.
— Martin Kessel
Ganz aufgehen in der Familie heißt, ganz untergehen
— Marie von Ebner-Eschenbach
Ein Schnupfen hockt auf der Terrasse, auf dass er sich ein Opfer fasse, und stürzt alsbald mit großem Grimm auf einen Menschen namens Schrimm. Paul Schrimm erwidert prompt: "Pitschü!" und hat ihn …
— Christian Morgenstern
Ohne den Mut verkleinern zu wollen, mit dem manche ihr Leben geopfert haben, sollten wir auch jenes Mutes nicht vergessen, mit dem andere ihr Leben gelebt haben.
— John F. Kennedy
Jede Flamme opfert sich selbst - Je schöner sie brennt, desto mehr nähert sie sich der Vernichtung, dem Erlöschen.
— Christian Johann Heinrich Heine
Wer berufen ist, hat Angst, wenn seine Stunde schlägt; denn er weiß, welches Opfer sie von ihm verlangt: Das Opfer seiner Person um seiner Sache willen
— Hermann Bahr
Wer Aufopferung als Lebensinhalt akzeptiert, wird ein Opfer seiner selbst.
— Else Pannek
Es gehört kein Mut, kein Charakter, keine Anstrengung, kein Opfer dazu, Christ zu sein. Christentum und weltlicher Vorteil sind identisch
— Ludwig Andreas Feuerbach
Man wird am ehesten betrogen, wenn man sich für klüger als die anderen hält.
— René Descartes
Der einzige Nachteil der Ehe besteht darin, dass sie selbstlos macht. Selbstlose Menschen sind farblos.
— Oscar Wilde
Nicht der sei gelobt der mit Blut seinen Ruhm erkauft. Vielmehr sei es der der das kann ohne Tod
— Martial
Wer seinen Kindern gibt das Brot und leidet nachmals selber Not, den soll man schlagen mit der Keule tot.
Die Täublein müssen Federn lassen.
Sind die Hasen erlegt, schlachtet man die Hunde.
Bekanntlich brauchen wir immer einen großen Krieg, um uns von den tiefen Wunden, die uns der Friede geschlagen, zu erholen.
— Daniel Spitzer
Eine liebende Frau ist eine Sklavin, die ihrem Herrn die Ketten anlegt.
— George Bernard Shaw
Eher findet man einen, der für seinen Freund sein Leben opfert, als einen, der für den Freund einen Taler aufs Spiel setzt, geschweige denn ausgibt.
— Giacomo Leopardi
Gottes Unermeßlichkeit und Allgegenwart heiligen jeden Hügel, auf dem ein friedsames und von bösen Leidenschaften freies Herz ihm sein stilles Opfer bringt.
— Johann Georg Zimmermann
Zu lange Opfer zu bringen kann das Herz versteinern.
— William Butler Yeats