Sprüche über Streit
173 Sprüche — Seite 7
Wo Erwartungen, Meinungen oder Verletzungen aufeinanderprallen, entsteht Streit. Er gehört zum menschlichen Zusammenleben dazu, weil Nähe und Unterschied nie völlig spannungsfrei bleiben. Deshalb ist dieses Thema nicht nur unerquicklich, sondern auch aufschlussreich für die Art, wie Menschen mit Widerspruch umgehen.
Entscheidend ist nicht allein, dass gestritten wird, sondern wie. Streit kann trennen oder klären, verhärten oder reinigen, je nachdem, ob Respekt und Maß erhalten bleiben oder von Ärger und Eitelkeit verdrängt werden.
Das Geld, was man für seine Hochzeit ausgibt, ist sehr häufig die erste Einzahlung in die wechselseitige Lebensverbitterungsanstalt
— Johann Nepomuk Nestroy
Die Streitigkeiten der Liebenden sind die Erneuerung der Liebe
— Publius Syrus
Wenn schlechte Leute zanken, riecht's übel um sie her; doch wenn sie sich versöhnen, so stinkt es noch viel mehr
— Gottfried Keller
Ein Ärgernis ist nur, wo man es nimmt, gegeben: dir Vorgeworfnes brauchst du ja nicht aufzuheben.
— Friedrich Rückert
Nichts ist häufiger, als dass am Ende eines Streits beide Gegner um die Wette Unsinn reden.
— Ferdinando Coelestinus Galiani
Ein Streitgespräch mit einem Mann, der seinen Verstand aufgegeben hat, entspricht der Verabreichung von Medizin an die Toten
— Thomas Paine
Bösewicht mit Bösewicht - auf die Dauer geht es nicht.
— Wilhelm Busch
Keiner ist zu arm dafür, es kostet nichts, bewirkt doch viel und erhält seinen Wert erst, wenn man es weitergibst: ein böses Wort.
— Baltasar Gracián y Morales
Zürnt Dein Freund mit Dir, so verschaff ihm Gelegenheit, Dir einen großen Gefallen zu erweisen. Darüber muß sein Herz zerfließen, und er wird Dich wieder lieben.
— Jean Paul
Wenn ein böser Mann wie der Teufel ist, dann ist eine böse Frau die ganze Hölle
Wodurch sich dieser und jener Konflikt sehr in die Länge zieht: durch gegenseitige Zugeständnisse.
— Otto Weiss
Es gibt ein altes Sprichwort: Ein Ermüdeter sucht Streit. Dasselbe gilt vom Hungrigen und Durstigen und überhaupt von jedem Menschen, den etwas quält.
— Seneca
Fluche einem Nachbarn, und du gräbst zwei Gräber.
Einen Satz trag´ in den Ohren: Wer sich aufregt, hat verloren.
— Karl-Heinz Söhler
Die Wunde von eines Messers Schneide heilt, aber der Hass, den böse Worte schlugen, stirbt nicht ab.
Ein böses Wort, das einem "auf der Zunge liegt", sollte man auch da liegen lassen.
Ein Schiff, auf dem sich zwei Kapitäne befinden, geht unter.
Zehn Späße bringen dir hundert Feinde ein.
— Laurence Sterne
Warum sie doch zu Schutz und Trutz die Tonart stets verschärfen? Nicht formen lässt sich jeder Schmutz, doch jeder lässt sich werfen.
— Ludwig Anton Salomon Fulda
Wo leer zur Essenszeit im Hause sind die Töpfe, die werfen Mann und Frau einander an die Köpfe.
— Friedrich Rückert