Sprüche über Streit
173 Sprüche — Seite 8
Wo Erwartungen, Meinungen oder Verletzungen aufeinanderprallen, entsteht Streit. Er gehört zum menschlichen Zusammenleben dazu, weil Nähe und Unterschied nie völlig spannungsfrei bleiben. Deshalb ist dieses Thema nicht nur unerquicklich, sondern auch aufschlussreich für die Art, wie Menschen mit Widerspruch umgehen.
Entscheidend ist nicht allein, dass gestritten wird, sondern wie. Streit kann trennen oder klären, verhärten oder reinigen, je nachdem, ob Respekt und Maß erhalten bleiben oder von Ärger und Eitelkeit verdrängt werden.
Jede einem Menschen zugefügte Beleidigung, geleichgültig, welcher Rasse er angehört, ist eine Herabwürdigung der ganzen Menschheit.
— Albert Camus
Ein bisschen mehr Friede und weniger Streit. Ein bisschen mehr Güte und weniger Neid. Ein bisschen mehr Wir und weniger Ich. Ein bisschen mehr Kraft, nicht so zimperlich. Und viel mehr Blumen währ …
— Peter Rosegger
Zank ist der Rauch der Liebe.
— Ludwig Börne
Der große Mann braucht überall viel Boden, und mehrere, zu nah gepflanzt, zerschlagen sich nur die Äste.
— Gotthold Ephraim Lessing
Der Wein behebt den Streit in kürzrer Zeit als Pfaff und Obrigkeit.
— Richard Brinsley Sheridan
Es ist schwer den harten Stein böser Worte glatt zu schleifen.
Vergleichen und ertragen ist besser als Zank und Klagen.
Mit dem du dich tausend Mal geprügelt und zehntausend Mal gestritten hast, setze dich am letzten Tag des Jahres einträchtig zum Essen nieder.
Bruderzwist gar heftig ist.
Zwei Hahnen auf einem Mist vertragen sich nicht.
Wer will hadern um ein Schwein, nehm die Wurst und lass es sein.
Es ist unmöglich, jemandem ein Ärgernis zu geben, wenn er es nicht nehmen will.
— Friedrich von Schlegel
So ein ordentlicher Krach macht das Leben pikant.
— John Knittel
Wer Frieden haben will, tut übel, dass er Streit anfängt
Wenn Eltern sich verletzend streiten, verletzen sie auch ihre Kinder.
— Else Pannek
Wer die Jugend schilt und Jugend scheucht, einsam durch mürr'sches Alter kreucht.
— Carl Leberecht Immermann
Der Liebe ohne Zank und Streit fehlt das Salz der Seligkeit
Selbst einem gerechten Mandarin fällt es schwer, einen Familienstreit zu schlichten.
Da streiten sich die Leut' herum oft um den Wert des Glücks. Der eine heißt den andern dumm, am End' weiß keiner nix.
— Ferdinand Raimund
Aus der Unsitte, die Blutsverwandte räumlich zusammen leben lässt, entspringt oft unabsehbarer Schaden.
— Prentice Mulford