Sprüche über Tod
267 Sprüche — Seite 13
Kein Gedanke stellt das Leben so endgültig in Frage wie der Tod. Er markiert Grenze und Geheimnis zugleich, nimmt Gewissheiten fort und zwingt dazu, über Endlichkeit, Sinn und das Bleibende nachzudenken. Deshalb gehört dieses Thema zu den tiefsten und ältesten Gegenständen menschlicher Besinnung.
Seine Schwere liegt nicht nur im Ende selbst, sondern auch in dem, was er im Leben vorauswirft. Die Sprüche zu diesem Thema sprechen von Furcht, Würde, Abschied und Transzendenz und zeigen, wie eng Todesgedanke und Lebensdeutung miteinander verbunden sind.
Der Weise betrachtet Leben und Tod wie Morgen und Abend.
Was ist notwendig? Notwendig sind die Dinge, von denen wir innerlich leben. Es sind die Dinge, die uns beim Gedanken an unsere Sterbestunde wichtig sind.
— Sebastian Faber
Der Begriff der Unendlichkeit ist der Vernunft versagt, aber der der Unsterblichkeit der Seele eingeboren.
— Theodor Toeche-Mittler
Nicht nur: "er hat vollendet" sollte man einem Dahingeschiedenen nachrufen, sondern hinzufügen: "und ist vollendet!"
— Theodor Toeche-Mittler
Streben heißt leben: Vertausche zwei Buchstaben, es genügt, daß Alles sich ins Gegenteil fügt: sterben.
— Theodor Toeche-Mittler
Ja, lerne zeitig begreifen, dass Dein ganzes Leben Dich vorbereiten muss, den Tod zu bestehen.
— Theodor Toeche-Mittler
Alles, auch das Unscheinbarste, nehmen wir in seinen Wirkungen mit hinüber in die andere Welt. Es ist ein unerbittlicher Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung in bezug auf Diesseits und Jenseits.
— Paul Olaf Bodding
Das völlige Vertrauen auf Gott ist Seligkeit; er stellt oft auf die Probe, lässt aber nie im Stich.
— James Hudson Taylor
Das Leben zehrt den Tod auf, und nicht der Tod das Leben.
— Johann Jakob Wilhelm Heinse
Leben und Tod; daraus ist alles zusammengesetzt.
— Johann Jakob Wilhelm Heinse
Es gibt für den Sterblichen kein Zurück; auch nicht eine Minute kehrt in gleicher Weise wieder.
— Sophie Alberti
Alles ist schwankend, und nur ein Glück ist sicher: seine Pflicht zu tun bis in den Tod.
— Wilhelmine von Hillern
Und befreit die Todesstunde Deines Wesens Kern – heimwärts in die ewige Heimat trägt dein Engel deinen Stern.
— Manfred Kyber
Der Tod allein zeigt, wie nichtig die Körperchen der Menschen sind.
— Juvenal
Wie ohnmächtig stehen wir da vor dem Weltgang, indem es keine rückwärtsleitende Macht über geschehene Dinge gibt, welche wieder herstellen könnte, was wir verloren haben.
— August Pauly
Es gibt Menschen, die nur so lange auf unserer Erde bleiben, als das Leben des Menschen ein engelhaftes ist, d.h. in der Kindheit, und uns dann lächelnd verlassen. Den Zurückgebliebenen ist es dann, a …
— August Pauly
Die Dankbarkeit der Völker ehrt nur die Toten, selten die Lebenden.
— Theresa Keiter
Wenn wir das Leben lieben, sollten wir den Tod nicht fürchten, denn er kommt aus derselben Hand.
— Michelangelo
Es ist hart zu leben; aber härter ist es noch zu sterben.
— Friedrich Wilhelm Kaulisch
Das Leben ist wie ein Hauch, das eine Weile sichtbar ist und dann wieder verschwindet