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Sprüche über Unglück

256 Sprüche — Seite 4

Wenn Hoffnungen scheitern, Sicherheiten wegbrechen oder das Leben eine dunkle Wendung nimmt, wird Unglück in seiner ganzen Schwere spürbar. Es gehört zu jenen Erfahrungen, die nicht nur verletzen, sondern auch den Blick auf Glück, Bindung und Verletzlichkeit verändern. Darum ist dieses Thema ernst und menschlich zugleich.

Seine Tiefe zeigt sich darin, dass Unglück selten isoliert bleibt, sondern Beziehungen, Selbstbild und Lebensdeutung mit erfasst. Im Erleiden wächst oft die Erkenntnis, wie viel Trost, Anteilnahme und innere Haltung in schweren Stunden bedeuten können.

  1. Zuviel Vertrauen ist häufig eine Dummheit, zuviel Mißtrauen ist immer ein Unglück.

    Johann Nepomuk Nestroy

  2. Unglück hat mich gelehrt, Unglücklichen Hilfe zu leisten.

    Vergil

  3. Wir halten oft manchen Menschen wegen seiner Mängel und Fehler für unglücklich, ich aber sage, dass derjenige der unglücklichste Mensch ist, welchem kein Mensch gefällt

    Abraham a Sancta Clara

  4. Mir kommt es immer vor, dass die Art- wie man die Ereignisse des Lebens nimmt - ebenso wichtigen Anteil an unserem Glück und Unglück hätte als diese Ereignisse selbst.

    Wilhelm von Humboldt

  5. Wer Glück liebt, muss auch sein Unglück willkommen heißen. Das ganze Leben ist nicht der Sorge wert.

    Ludwig Tieck

  6. Es gibt keine unbiegsameren und härteren Menschen als diejenigen, die immer mit der Betrachtung ihres Unglücks beschäftigt sind.

    Heinrich von Kleist

  7. Glück und Unglück ist doch zuletzt nur Stoff, und menschliche Aufgabe, daran zum Künstler zu werden.

    Alexander von Villers

  8. Wer kein Unglück gehabt hat, der weiß von keinem Glück zu sagen.

  9. Das Leben ist zu kurz für die Glücklichen und zu lang für die Unglücklichen.

    Apollonius von Rhodos

  10. Wenn du Unglück leidest, klage nicht den Himmel an, sondern beuge dein Haupt und setze dich mit deiner Seele auseinander.

  11. Großes Glück ist die Feuerprobe des Menschen, großes Unglück nur die Wasserprobe.

    Jean Paul

  12. Zu hoffen und zu handeln - das ist unsere Pflicht im Unglück.

    Boris Pasternak

  13. Wie viele brave Männer sind durch Wein und Weib verdorben!

  14. Wir können weder alle zählen, denen Unheil widerfahren ist, noch auch nur einen von ihnen würdig beklagen.

    Giacomo Leopardi

  15. Es ist Eselsweisheit, wieder auf das Eis zu gehen, auf dem man gefallen ist.

  16. Wem das Glück die Hand bietet, dem schlägt's gern ein Bein unter

  17. Unentschlossenheit gegenüber den Lebenszielen, die sich uns zur Wahl stellen, und die Unbeständigkeit bei ihrer Verfolgung sind die Hauptursachen unseres ganzen Unglücks.

    Joseph Addison

  18. Wer nicht glücklich ist, fühlt sich leicht am unglücklichsten beim ersten Erwachen des Frühlings. Wenn die Natur aufzuleben anfängt, möchte es so gern auch das Herz. Kummer und Sorgen drücken dann dop …

    Friedrich Julius Hammer

  19. Sie lieben die Menschen und verachten den einzelnen Unglücklichen.

    Fjodor M. Dostojewski

  20. Eine Frau ist nicht immer glücklich mit dem, den sie liebt. Aber sie ist immer unglücklich mit dem, den sie nicht liebt

    Claude Tillier