Sprüche über Wünsche
423 Sprüche — Seite 21
Wünsche geben dem Inneren eine Richtung und verraten oft mehr über einen Menschen als seine fertigen Entscheidungen. In ihnen zeigen sich Mangel und Sehnsucht, Hoffnung und Vorstellungskraft, aber auch jene Unruhe, die das Erreichte nie ganz genügen lässt. Darum ist dieses Thema von zarter und zugleich aufwühlender Tiefe.
Nicht jeder Wunsch will erfüllt werden, manche leben gerade aus ihrer Ferne. Die Sprüche zu diesem Thema fassen das Verlangen nach Nähe, Sinn, Glück oder Veränderung in Worte und machen sichtbar, wie sehr Wünsche das Leben antreiben und zugleich verletzlich machen können.
Des Menschen Wünsche sind sein Himmelreich
— Thomas Morus (More)
Meine Wünsche streifen an das Unmögliche: So habe ich ihren Flug und Zug nachsehen lernen, wie dem der Vögel in der blauen Luft.
— Adele Schopenhauer
Ich will glücklich sein. Mein Herz hat die Kraft dazu, die Kraft, in der Seligkeit aufzugehn.
— Louise Franziska Aston
Binde deine Wünsche an einen Stern.
— Leonardo da Vinci
Die Wünsche des Mannes gehen zu Fuß. Die Wünsche der Frau fliegen.
Jeder Wunsch, gedacht oder geäußert, bringt das Gewünschte näher, und zwar im Verhältnis zur Intensität des Wunsches.
— Prentice Mulford
Ungeduld treibt entweder das Gewünschte fort oder verzögert zumindest sein Kommen.
— Prentice Mulford
Es ist aber Naturgesetz, dass das Herz nicht ruht, bis es ans Ziel seiner Wünsche gelangt ist.
— Francesco Petrarca
Man kann sich Vergangenes oder Zukünftiges wünschen; aber man muss das Gegenwärtige nutzen.
— Francesco Petrarca
Wer alles werden will, wird nie vollkommen werden.
— Karl Wilhelm Ramler
Das Glück liegt im Wünschen. Erfüllung ist zugleich Zerstörung.
— Herbert Spencer
Stiller Wunsch vieler Männer: "Wollte meine Frau mich nur, wenigstens zeitweise, als Fremden behandeln!"
— Otto Weiss
Gewisse Wünsche darf man vor jedem aussprechen, nur nicht vor dem, der sie erfüllen könnte.
— Otto Weiss
Wir sind, was wir müssen, und nicht, was wir wünschen.
— George Meredith
Die Mensch weiß nie recht, was er will; und wenn er einmal hat, was er gewollt hat, so sieht er, dass es das nicht war. Und so geht all unser Bestreben ins Unendliche.
— Johann Jakob Wilhelm Heinse
Ich will überhaupt lauter Unmögliches; aber lieber will ich das wollen, als mich im Möglichen schön zurechtzulegen.
— Franziska Gräfin zu Reventlow
So verschieden die äußere Bildung der Menschen ist, so verschieden ist auch ihre innere Natur, ihr Leben und ihre Wünsche.
— Karoline Friederike Louise M. von Günderrode
Wenn wir uns auf uns selbst besinnen, stellen wir fest, dass wir genau das besitzen, was wir uns wünschen
— Simone Weil
Dass uns eine Sache fehlt, sollte uns nicht davon abhalten, alles andere zu genießen.
— Jane Austen
Optimistisch sein, nachdem man alles hat, was man sich wünscht, zählt nicht.
— Kin Hubbard