Sprüche über Wünsche
423 Sprüche — Seite 6
Wünsche geben dem Inneren eine Richtung und verraten oft mehr über einen Menschen als seine fertigen Entscheidungen. In ihnen zeigen sich Mangel und Sehnsucht, Hoffnung und Vorstellungskraft, aber auch jene Unruhe, die das Erreichte nie ganz genügen lässt. Darum ist dieses Thema von zarter und zugleich aufwühlender Tiefe.
Nicht jeder Wunsch will erfüllt werden, manche leben gerade aus ihrer Ferne. Die Sprüche zu diesem Thema fassen das Verlangen nach Nähe, Sinn, Glück oder Veränderung in Worte und machen sichtbar, wie sehr Wünsche das Leben antreiben und zugleich verletzlich machen können.
Mögest Du warme Worte an einem kalten Abend haben, Vollmond in einer dunklen Nacht und eine sanfte Straße auf dem Weg nach Hause.
Das eine Ziel schwer, das andere leicht, was einzig zählt, ist, was du erreichst.
Der Gott muss in den Liebenden sein, ihre Umarmung ist eigentlich seine Umschließung, die sie in demselben Augenblicke gemeinschaftlich fühlen, und hernach auch wollen.
— Friedrich Schleiermacher
So wie der Glanz der Sterne, so blühe stets dein Glück, denk auch in weiter Ferne recht oft an mich zurück.
Vier gute Wünsche für dich: Mehr Geld. Schnellere Pferde. Jüngere Frauen. Älterer Whisky
Wenn der Wunsch nach Glück ausreichte, um es herbeizuführen, gäbe es keine Leiden, denn niemand sucht das Leid
— Dalai Lama
Sind Rüben auf dem Markt gefragt, muß man sie nicht waschen.
Die Unabhängigkeit und Freiheit der Menschen beruht weniger auf der Kraft der Arme als auf der Mäßigung der Herzen. Wer wenig begehrt, hängt von wenigem ab.
— Jean-Jacques Rousseau
Wollen heißt Widersprüche wecken.
— Albert Camus
Wir könnten manches vom Kapital entbehren, wenn wir mit den Interessen weniger willkürlich umgingen.
— Johann Wolfgang von Goethe
Wer nimmt, was er nicht will, dem wird reichlich gegeben. Nur nicht das, was er braucht.
— Else Pannek
Scharren die Mäuse tief sich ein, wird ein harter Winter sein.
Ursula beginn, zeigt auf den Winter hin. (21. Okt.)
Pilze gibt es groß und klein - mögest du ein Glückspilz sein!
Wem nicht wenig genügt, den macht kein Reichtum satt.
— Christoph Martin Wieland
Die Hoffnung ist die Blüte des Wunsches, der Glaube die Frucht der Gewissheit.
— Honoré de Balzac
Eine verliebte Frau fürchtet nicht die Hölle, und das Paradies erscheint ihr keineswegs wünschenswert
— Anatole France
Aus den Stellen, die jemand in Büchern anstreicht, kann man auf sein Bedürfnis oder auf sein Steckenpferd schließen.
— Ernst von Feuchtersleben
Kein Wind ist dem günstig, der nicht weiß, wohin er segeln will
— Michel de Montaigne
Man möge bedenken, dass man andere ertragen soll, wie man selbst ertragen zu werden wünscht.
— Jeremias Gotthelf