Sprüche über Zweifel
319 Sprüche — Seite 13
Zwischen blindem Glauben und sicherem Wissen hat der Zweifel seinen eigentümlichen Platz. Er stört bequeme Gewissheiten, prüft scheinbar Festes und kann dadurch lähmen oder vertiefen. Deshalb gehört dieses Thema zu den produktiven, aber auch belastenden Kräften des Denkens und Fühlens.
Nicht jeder Zweifel ist Schwäche, manche Form davon bewahrt vor Selbsttäuschung und Eitelkeit. Er wird erst dann unerquicklich, wenn Prüfen in endloses Zögern umschlägt und kein Entschluss mehr gewagt wird.
Wenn einer keinen Feind hat, so geht's ihm übel
Kleine Feinde und kleine Wunden verachtet kein Weiser
Wenn Feinde gute Worte geben, haben sie Böses im Sinne.
Wer ein Feuer will löschen, muss anfangs die Funken ersticken
Feuer hört nicht auf zu brennen, man tue denn das Holz weg
Das Feuer, das mich nicht brennt, lösch ich nicht
Wer anderer Feuer schürt, dem verlöscht das eigene
Fremdes Feuer ist nie so hell als der Rauch daheim.
Frauen machen immer gewisse geistige Vorbehalte.
— Philippe Destouches
Der Glaube versetzt Berge, der Zweifel erklettert sie.
— Friedrich Georg Jünger
Sieh erst auf dich und die Deinen, dann erst schilt mich und die Meinen.
Kommt Feuer und Stroh zusammen, so gibt es gerne Flammen
Wer das Feuer haben will, muss den Rauch leiden.
Wenn das Feuer in der Küche ausgeht, so löscht es auch in den Herzen aus.
Wo man mit Feuerbränden wirft, da bläst der Teufel in die Asche
Die ungeraden Finger werden eben, sobald man die Hand schließt.
Wer die Finger zwischen Tür und Angel steckt, der klemmt sich gern.
Wer seine Finger in alle Löcher steckt, der zieht sie oft übel heraus.
Wenn zwei Frauen zusammenkommen, wird die dritte in die Hechel genommen
Drei Frauen, drei Gänse und drei Frösche machen einen Jahrmarkt