209 Sprüche — Seite 14
Zwischen blindem Glauben und sicherem Wissen hat der Zweifel seinen eigentümlichen Platz. Er stört bequeme Gewissheiten, prüft scheinbar Festes und kann dadurch lähmen oder vertiefen. Deshalb gehört dieses Thema zu den produktiven, aber auch belastenden Kräften des Denkens und Fühlens.
Nicht jeder Zweifel ist Schwäche, manche Form davon bewahrt vor Selbsttäuschung und Eitelkeit. Er wird erst dann unerquicklich, wenn Prüfen in endloses Zögern umschlägt und kein Entschluss mehr gewagt wird.
Die Liebe schwankender Charaktere wird erst durch Eifersucht zu einer starken Empfindung.
— Walter Calé
Wo wäre das Verdienst, wenn die Helden niemals Angst hätten?
— Alphonse Daudet
Argwohn riecht den Braten, noch eh das Kalb geschlachtet ist.
Wer austeilen will, muss auch einnehmen.
Wirf das Beil nicht so weit hinweg, dass du's nicht wieder holen könntest.
Bosheit tut sich selbst den ärgsten Schaden.
Wer schlechte Botschaft bringt, kommt früh genug.
Wer aus vielen Büchsen schießt, trifft selten die Scheibe.
Die besten Feinde sind, die zuvor drohen
Wer den Dreck rührt, muss ihn auch riechen
Dem fliehenden Feinde baue goldne Brücken
Wer drei Feinde hat, muss sich mit zweien vertragen
Versöhntem Feinde traue nicht
Wenn Feinde gute Worte geben, haben sie Böses im Sinne.
Das Feuer, das mich nicht brennt, lösch ich nicht
Sieh erst auf dich und die Deinen, dann erst schilt mich und die Meinen.
Drei Frauen, drei Gänse und drei Frösche machen einen Jahrmarkt
An einer Frau und an einer Mühle gibt es immer was zu flicken
Verbotne Frucht schmeckt am besten
Argwohn ist mit dem Teufel aus einer Schüssel.