
Viele Kinder haben schwer erziehbare Eltern.
Bedeutung
Rousseau dreht die übliche Perspektive auf Erziehung um: Nicht nur Kinder sind schwierig – auch Eltern können unnachgiebig, ungeduldig oder unfähig zur Reflexion sein. Der Satz entlastet Kinder, ohne Eltern bloßzustellen, und stellt die Frage neu: Wer erzieht eigentlich wen? Die Komik kommt aus der Umkehrung einer gesellschaftlichen Selbstverständlichkeit. Dahinter steckt eine ernste pädagogische These: Eltern müssen genauso offen und lernbereit sein wie ihre Kinder.
Verwendung
Passend für Elternabende, Familienkolumnen, Erziehungsratgeber oder humorvolle Karten für junge Eltern. In ernsten familiären Konflikten vorsichtig einsetzen – der Satz ist für Augenzwinkern, nicht für Anklage. Am stärksten als liebevolles persönliches Spiegelbild an Eltern, die selbst noch wachsen wollen.
Wie gefällt dir dieser Spruch?
Durchschnittsbewertung: 4.89 von 5 (9 Stimmen)
Gewichtete Bewertung (Bayesian): 4.30 von 5
Über Jean-Jacques Rousseau
Über den Autor
Philosoph und Schriftsteller · Französisch · 1712 - 1778
Jean-Jacques Rousseau (1712–1778) war Genfer Philosoph und Schriftsteller, der mit dem Konzept des „Gemeinwillens" die Französische Revolution maßgeblich vorbereitete.
Mehr erfahren
Rousseau widersprach dem Fortschrittsglauben seiner Zeit und sah zivilisatorischen Wandel als Ursache sozialer Ungleichheit. Neben der Philosophie wirkte er als Pädagoge, Naturforscher und Komponist. Seine posthum erschienene Autobiografie „Die Bekenntnisse" (1782–1790) fiel durch schonungslose Selbstkritik auf und wird bis heute gelesen.

Ähnliche Sprüche
Das Geld, das man besitzt, ist das Instrument der Freiheit; das Geld, dem man nachjagt, ist das Instrument der Knechtsch …
— Jean-Jacques Rousseau
Alles, was zu Herzen gehen soll, muß von Herzen kommen.
— Jean-Jacques Rousseau
Wer zu einem Versprechen am längsten braucht, hält am sichersten daran fest
— Jean-Jacques Rousseau
Kinder sind Hoffnungen.
— Novalis
In den ersten Lebensjahren eines Kindes bringen ihm die Eltern Gehen und Sprechen bei, in den späteren verlangen sie …
— Johann Nepomuk Nestroy
Mehr von diesem Autor
Alle Sprüche von Jean-Jacques Rousseau →